US-Notenbanker sprechen sich in Jackson Hole für baldige Bilanzreduzierung aus

Zum Auftakt der renommierten Notenbankkonferenz im amerikanischen Jackson Hole haben sich zwei hochrangige US-Währungshüter für eine baldige Reduzierung der Bilanz der amerikanischen Notenbank Fed ausgesprochen. Die Präsidentin der gastgebenden regionalen Notenbank von Kansas City, Esther George, plädierte am Donnerstag im US-Fernsehen für eine zeitnahe Entscheidung. Zudem sieht sie die Chance für eine dritte Zinsanhebung der Fed in diesem Jahr.
24.08.2017 17:17

Der Präsident der regionalen Notenbank von Dallas, Robert Kaplan, äusserte sich ebenfalls im US-Fernsehen. Er sagte dem Sender CNBC, die Fed solle mit der Normalisierung ihrer Bilanz im September beginnen, wenn die nächste Zinssitzung der Notenbank stattfindet. Angesichts der anhaltend verhaltenen Inflation wolle er aber mit dem nächsten Zinsschritt der Fed noch etwas abwarten.

Die US-Notenbank befindet sich seit Ende 2015 auf einem geldpolitischen Straffungskurs, der aber verglichen mit früheren Zinsanhebungsphasen sehr vorsichtig ausfällt. Noch nicht gestartet, aber angepeilt hat die Fed eine Reduzierung ihrer durch Krisenmassnahmen auf 4,5 Billionen Dollar aufgeblähten Bilanz. Fachleute erwarten, dass der Startschuss bald fällt. Ein Plan, wie der Abbau vonstatten gehen soll, ist bereits bekannt. Er sieht vor, von der Fed während der Finanz- und Wirtschaftskrise gekaufte Wertpapiere in grösser werdenden Schritten auslaufen zu lassen.

Die Konferenz von Jackson Hole findet in diesem Jahr von diesem Donnerstag bis zum Samstag statt. Die Redebeiträge beginnen am Freitag um 16.00 Uhr (MESZ) mit einem Beitrag der Fed-Vorsitzenden Janet Yellen zum Thema "Finanzstabilität". Um 21.00 Uhr MESZ wird der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, eine Rede halten. Es wird mit Spannung erwartet, ob Yellen oder Draghi Hinweise auf den geldpolitischen Kurs ihrer Zentralbanken geben./bgf/jsl/he

(AWP)