US-Notenbankgouverneur für weitere behutsame Zinserhöhungen

Die US-Notenbank Fed sendet starke Signale für eine weitere Zinsanhebung in zwei Wochen. "Falls die US-Wirtschaft sich wie erwartet entwickelt, würde ich es als angemessen sehen, die Sätze weiter graduell anzuheben", sagte Fed-Gouverneur Jerome Powell am Donnerstag.
01.06.2017 15:03

Die US-Wirtschaft sei den Zielen der Notenbank inzwischen so nahe wie seit Jahren nicht. Die US-Währungshüter kommen am 13. und 14. Juni zu ihrer nächsten Zinssitzung zusammen. Powell sitzt im Offenmarktausschuss der Fed, der die Zinssätze festlegt.

Die Dollar-Wächter hatten den Leitzins zuletzt im März angesichts der positiven Wirtschaftsentwicklung auf 0,75 bis 1,0 Prozent angehoben und zwei weitere Erhöhungen für dieses Jahr in Aussicht gestellt. An der Börse gilt eine Erhöhung um 0,25 Punkte auf der Juni-Sitzung inzwischen als wahrscheinlich.

Powell bezeichnete die US-Wirtschaft als "gesund" und riet der Notenbank, in der Geldpolitik nach fast einem Jahrzehnt der Krisenpolitik weiter den Weg der Normalisierung zu gehen.

VERHALTENE INFLATION

Er wies aber auch auf die bislang eher verhaltene Inflationsentwicklung hin. Die Teuerung bewege sich nur langsam in Richtung des Fed-Ziels von zwei Prozent, sagte der Notenbanker. Deswegen sei Geduld nötig.

Die Fed blickt in ihrer Bewertung der Inflation vor allem auf Preisveränderungen bei den persönlichen Ausgaben der Amerikaner, wobei Energie- und Nahrungsmittelkosten ausgeklammert bleiben.

Im April lag dieses Inflationsmass nur bei 1,5 Prozent nach 1,6 Prozent im März und damit noch ein gutes Stück vom Fed-Ziel entfernt.

Auf dem Arbeitsmarkt läuft es hingegen rund. Der privaten Arbeitsagentur ADP zufolge schufen US-Firmen im Mai 253'000 neue Stellen. Analysten hatten dagegen lediglich mit einem Plus von 185'000 gerechnet. Eines der Fed-Ziele ist Vollbeschäftigung.

(AWP)