USA bauen Führung in der Vermögensverwaltung aus - Schweiz verliert (Studie)

Zürich (awp/sda) - Die USA haben in den vergangenen Jahren kontinuierlich ihre Position als grösster Vermögensverwalter der Welt ausgebaut. Eine Analyse der 500 grössten Fondshäuser der Welt zeigt, dass per Ende 2015 rund 52,5% der Spargelder mittlerweile in den USA angelegt werden. Das ist gegenüber 2005 eine markante Steigerung um 10,6 Prozentpunkte.
06.12.2016 17:00

Leidtragende dieses Wachstums sind laut einer gemeinsamen Untersuchung der amerikanischen Finanzzeitung "Pension & Investments" und der Beratungsgesellschaft Willis Towers Watson vom Dienstag einige europäische Länder sowie Japan.

So sank der Anteil Grossbritanniens an den weltweit insgesamt verwalteten Aktiva von rund 77 Billionen Dollar seit 2005 von 10,9 auf 8,7%. In Deutschland legten die 500 grössten Vermögensverwalter der Welt in den vergangenen zehn Jahren statt 7,5% nur noch rund 6% ihrer Gelder an. Und Japan bekommt an Stelle von ehemals 6,9% mittlerweile nur noch rund 5,2% vom Kuchen.

ERFOLGREICHE VERDRÄNGUNG

Den grössten Einbruch bei der Attraktivität verzeichnete allerdings die Schweiz. Ihre Anteile an den verwalteten Vermögen bei den betrachteten Institutionen rutschten von rund 8,6% im Jahr 2005 auf knapp unter 4% per Ende 2015. Die USA stiessen somit die Schweiz innerhalb einer Dekade erfolgreich vom einstigen Siegerpodest auf einen Marktanteil unter ferner liefen.

Im neuesten Ranking sind 18 Schweizer Fondshäuser enthalten. Die UBS belegt Platz 14 und zählt damit zu den Top-20-Adressen. Weiter rangieren unter den ersten 100 Vermögensverwaltern die Grossbank Credit Suisse auf Platz 46, Zurich Insurance Group auf Platz 68, Swiss Life Asset Managers auf Rang 85 und Pictet Asset Management auf Platz 96. Den ersten Platz erzielte wie in den vergangenen sechs Jahren der US-Konzern Blackrock mit verwalteten Geldern von rund 4,6 Billionen Dollar.

BOOM BEI ILLIQUIDEN ANLAGEN

Gleichzeitig geht aus der Studie laut einer Medienmitteilung von Willis Towers Watson vom Dienstag hervor, dass sich die Zusammensetzung der Kapitalanlagen von Unternehmen wie Blackrock, Fidelity, Allianz, AXA und Co. deutlich geändert hat. Zwar blieben die wichtigsten Anlagekategorien weiterhin Aktien und Anleihen. Die Aktienquoten inklusive Immobiliengesellschaften lagen im vergangenen Jahr in etwa konstant bei rund 45%. Und auch der Anteil von Anleihen blieb bei etwa 33% stabil.

Allerdings legten alternative Anlageformen mit einem Wachstum von 25,1% deutlich zu. Vor wenigen Jahren sei diese Anlageform, die etwa Infrastrukturprojekte oder Rohstoffanlagen beinhalten, bei institutionellen Vermögensverwaltern noch wenig bedeutend gewesen.

Als Hauptursache für diese Entwicklung geben die Experten an, dass die weltweit grössten Vermögensverwalter infolge des niedrigen Zinsniveaus vermehrt in solch illiquide Anlagen investieren, weil diese markant höhere Renditen abwerfen.

mk

(AWP)