USA verhängen weitere Sanktionen gegen Iran und loben Belohnung aus

Die US-Regierung erhöht nochmals den Druck auf den Iran und will Teherans Einnahmen aus dem Ölgeschäft weiter beschneiden. Das US-Finanzministerium verhängte am Mittwoch Sanktionen gegen ein Netzwerk, das - gesteuert durch die iranischen Revolutionsgarden - im grossen Stil iranisches Öl verschifft und so grosse Summen zur finanziellen Unterstützung des syrischen Regimes, der Hisbollah und anderer Gruppen beschafft haben soll. Konkret wurden mehr als zwei Dutzend Firmen, Personen und Schiffe mit Strafmassnahmen belegt. Ihre Vermögenswerte in den USA werden eingefroren, Geschäfte mit ihnen untersagt.
04.09.2019 19:20

Ausserdem rief das US-Aussenministerium eine Belohnung von bis zu 15 Millionen Dollar aus für Informationen, die dazu führen, die Finanzmechanismen des Revolutionsgarden aufzudecken und zu durchkreuzen. Dazu gehören demnach Hinweise auf illegale Ölverkäufe und Öllieferungen auf dem Schifffahrtsweg.

Die USA hatten im November 2018 ihre bislang härtesten Wirtschaftssanktionen gegen den Iran in Kraft gesetzt, die in erster Linie auf die iranische Ölindustrie abzielen - die grösste Einnahmequelle des Landes. Der Bezug iranischen Öls ist demnach international mit US-Sanktionen belegt. Nach und nach folgten immer weitere Strafmassnahmen gegen Teheran. Vor einigen Monaten stufte die US-Regierung ausserdem die iranischen Revolutionsgarden als ausländische Terrororganisation ein. Diese sind die Eliteeinheit der Streitkräfte im Iran. Es war das erste Mal, dass die USA eine Militäreinheit eines anderen Staates als Terrorgruppe einstuften.

Die Amerikaner wollen den Iran mit den Sanktionen zwingen, ein neues erweitertes und strengeres Atomabkommen zu verhandeln.

Der US-Sondergesandte für den Iran, Brian Hook, sagte am Mittwoch in Washington, die Regierung werde ihren Kurs maximalen Drucks gegen den Iran weiter fortsetzen. "Es werden weiter Sanktionen kommen."/jac/DP/jsl

(AWP)