Verbraucherpreise in Eurozone steigen stärker als erwartet

LUXEMBURG (awp international) - Die Teuerungsrate in der Eurozone war im Juli höher als erwartet. Der nach europäischer Methode errechnete Verbraucherpreisindex (HVPI) sei im Jahresvergleich um 0,2 Prozent geklettert, teilte das Statistikamt Eurostat am Freitag nach einer ersten Schätzung mit. Volkswirte hatten damit gerechnet, dass die Inflationsrate bei 0,1 Prozent und damit auf dem Niveau vom Vormonat liegen würde.
29.07.2016 11:02

Erneut drückten die im Jahresvergleich deutlich gefallenen Energiepreise auf die Inflationsentwicklung. Im Vergleich zum Vormonat fiel dieser Effekt sogar wieder etwas stärker aus. Die Energiepreise fielen im Juli um 6,6 Prozent zum Vorjahresmonat, nachdem sie im Vormonat um 6,4 Prozent gesunken waren.

Die Kernrate der Inflation - ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie, Nahrungs- und Genussmittel - lag im Juli wie bereits im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat bei 0,9 Prozent. Ökonomen hatten dagegen mit einem etwas schwächeren Preisauftrieb von 0,8 Prozent gerechnet.

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den gesamten Euroraum auf mittlere Sicht eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. Sie versucht, dieses Ziel mit einer sehr lockeren Geldpolitik zu erreichen. Zuletzt hatte sie im März entschieden, neue Massnahmen zu ergreifen./tos/jkr/fbr

(AWP)