Vermögensverwaltungsgeschäft muss sich laut Studie transformieren

Das Vermögen der Superreichen bei Vermögensverwaltern beläuft sich weltweit auf mehr als 55 Billionen US-Dollar. Bis in vier Jahren werden es bereits 69 Billionen sein, wie eine Studie der Beratungsfirma EY zeigt. Das stellt Vermögensverwalter vor grosse Herausforderungen.
14.08.2017 09:00

Das jetzige Volumen der Personen mit einem Vermögen über 1 Million US-Dollar werde jährlich um 4,7% wachsen, schreibt EY zu der am Montag veröffentlichten Studie "EY Wealth Management Outlook - 2017".

Über die Hälfte davon wird aus den Top-5-Ländern USA, China, Russland, Brasilien und Indien kommen. USA und China würden dabei über 45% beisteuern. Russland, Brasilien und Indien zusammen 10%.

In Europa seien Grossbritannien und Deutschland die grössten Wachstumsträger, auch wenn der Brexit derzeit gewisse Aktivitäten hemmen würden. Insgesamt dürfte Europa rund ein Fünftel des globalen Zuwachses ausmachen.

NEUE KUNDENANFORDERUNGEN

Auf dieses starke Wachstum müssen sich die Vermögensverwalter einstellen und ihr Geschäftsmodell anpassen, wie EY-Experte Serkan Mirza in der Mitteilung zitiert wird. Dazu gehören etwa Investitionen in die Infrastruktur und in die Technologie.

Im Zeitalter der Smartphones wolle die neue Generation die Entwicklungen ihres Vermögens rund um die Uhr verfolgen. Die Vermögenden würden eine ganzheitliche Betreuung erwarten, die gleichzeitig den strengeren Regulierungen aller Länder berücksichtige.

KLASSISCHES GESCHÄFTSMODELL BALD PASSÉ

Die Vermögensverwalter müssen ihr Geschäft demnach verstärkt digitalisieren. Zum Beispiel mithilfe softwarebasierter Tools, die grosse Datenmengen von verschiedenen Informationsquellen und verschiedenen Anbietern - darunter auch Social Media oder Kreditkartenfirmen - sammeln, wie Peppi Schnieper, Partner und Leiter Strategieberatung bei EY Schweiz, zitiert wird.

Oder auch mithilfe von Programmen, die Risikopräferenz und das Anlageprofil des Kunden beurteilen und Algorithmen, die die Portfoliostruktur aufgrund aktueller Marktdaten und Echtzeitinformationen optimiert und automatisch umschichtet.

Ein solches digitalisiertes, ganzheitliches Geschäftsmodell werde bis 2025 das klassischen Modell der Vermögensverwaltung aus dem Markt drängen. Laut Studie wird der Anteil an digitalisierten Vermögensverwalter von heute null bis auf einen Drittel des Marktes anwachsen.

(AWP)