Vertrauen der Schweizer in die Banken nimmt laut Studie ab

Zürich (awp) - Das Vertrauen der Schweizerinnen und Schweizer in die Bankenbranche hat gemäss einer Studie des Beratungsunternehmens EY in den vergangenen zwölf Monaten abgenommen. 30% der befragten Bankkunden hätten in einer Befragung angegeben, dass ihr Vertrauen gesunken sei und nur 11% berichteten ein gestiegenes Vertrauen. Damit seien die Schweizer Bankkunden etwas skeptischer als die Bankkunden weltweit, teilte EY am Montag mit.
17.10.2016 11:30

Das Vertrauen in die eigene Hausbank ist hierzulande aber offensichtlich noch immer hoch. 57% der Befragten gaben nämlich an, ihrer Hausbank voll zu vertrauen und damit deutlich mehr als im westeuropäischen Durchschnitt (40%). Sogar 83% der Kunden (Westeuropa: 72%) würden ihre Hausbank weiterempfehlen. Zudem empfindet die grosse Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer die klassische Filialbank als ihren wichtigsten Finanzanbieter, nur für 6% nimmt eine online-Direktbank und für 14% andere Anbieter ("Non-banks") diese Rolle ein.

Mehrheitlich sind die Schweizer Kunden auch davon überzeugt, dass ihr Geld bei der Bank sicher ist (58%) - weltweit liegt dieser Anteil mit 48% klar niedriger. Etwas weniger als die Hälfte (40%) der Schweizerinnen und Schweizer glaubt zudem, dass sie von der Bank unvoreingenommen beraten werden, weltweit sind nur 26% derselben Ansicht.

Nicht sehr begeistert scheinen die Bankkunden in der Schweiz von den Serviceleistungen zu sein. Über die Hälfte erachtet ihre Bank zwar als erreichbar (57%), nur knapp ein Drittel (31%) findet, dass sie schnell auf Anfragen reagiert. Nur gerade jeder Dritte ist der Ansicht, dass die Produkte und Dienstleistungen auf seine Bedürfnisse zugeschnitten sind und nur jeder Vierte empfindet seine Bank als flexibel.

Immer wichtiger werden Online- und Mobile-Banking. Vor allem im Mobile-Banking sieht die Beratungsgesellschaft EY noch viel Luft nach oben. Drei von vier Kunden tätigten im vergangenen Jahr online über ihren Computer Bankgeschäfte, ihr Smartphone nutzten aber nur 25% und ihr Tablet 22%. Damit bleiben die Nutzungszahlen der Schweiz im internationalen Vergleich zurück; weltweit würden die Hälfte der Kunden ihr Smartphone für Bankgeschäfte nutzen und immerhin 30% ihr Tablet, so EY.

Befragt wurden von EY 52'000 Bankkunden weltweit, davon mehr als 1'500 in der Schweiz.

tp/yr

(AWP)