Weniger Exporte nach China - besserer Marktzugang gefordert

(Ausführliche Fassung)
26.10.2016 14:31

STUTTGART (awp international) - Die baden-württembergische Wirtschaft und Politik sieht den Rückgang der Exporte nach China mit Gelassenheit. Der dortige Markt bleibe ein Schlüssel für den Exporterfolg des Südwestens, sagte der Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK), Peter Kulitz, am Mittwoch in Stuttgart anlässlich der Messe Global Connect. Von Januar bis August dieses Jahres waren die Ausfuhren nach Angaben des Wirtschaftsministeriums erstmals seit vielen Jahren nennenswert um 4,4 Prozent auf etwas mehr 9,1 Milliarden Euro gesunken.

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) sagte, aufgrund der aktuellen Zahlen und der traditionellen Stärken des Landes im Maschinenbau und der Automobilindustrie bleibe China ein grosser aussenwirtschaftlicher Partner Baden-Württembergs. "Das Land ist enorm wichtig für unsere gesamte Wirtschaft". Das Wirtschaftswachstum in dem Land war in der Vergangenheit gesunken. Zweistellige Zuwachsraten würden wohl der Vergangenheit angehören, sagte Kulitz. Im vergangenen Jahr waren es nur noch knapp 7 Prozent.

Der Vizechef des BWIHK, Wolfgang Grenke , lotet gerade mit seinem Unternehmen - einem Spezialisten für IT-Leasing, die Möglichkeiten für einen Gang nach China aus. Wichtig sei dort das Thema Rechtssicherheit. Viele deutsche Firmen klagen aber auch über Bürokratie und Korruption.

Die Industrie fordert schon lange eine stärkere Öffnung des chinesischen Marktes für ausländische Investoren. Hier kaufe ein chinesisches Unternehmen den Roboterhersteller Kuka , aber im Reich der Mitte sei das nicht möglich, sagte Kulitz. Vor allem für Mittelständler sei es schwierig, dort Fuss zu fassen.

Hoffmeister-Kraut sagte: "Es liegt an uns, in China und gegenüber China freundschaftlich, aber auch hartnäckig und unablässig auf gleichen Marktzugang zu bestehen."/ols/DP/fbr

(AWP)