Wichtiger Preisindex in Japan erstmals seit Ende 2015 wieder positiv

(Ausführliche Fassung) - Kleiner Hoffnungsschimmer für Japans Notenbankchef Haruhiko Kuroda: Im Januar lag der von den Währungshütern besonders im Fokus stehende Preisindex für Konsumgüter ohne frische Lebensmittel erstmals seit Dezember 2015 über der Nulllinie. Im Jahresvergleich seien die Preise in dieser Abgrenzung um 0,1 Prozent gestiegen, teilte die Regierung am Freitag in Tokio mit. Experten hatten eine Stagnation erwartet.
03.03.2017 10:54

Generell legten die Verbraucherpreise im Januar im Jahresvergleich um 0,4 Prozent zu. Die Inflation ist damit wie erwartet gestiegen, nachdem die Teuerungsrate im Januar noch bei 0,3 Prozent gelegen hatte.

Im Grossraum Tokio, wo bereits Preisdaten aus dem Februar vorlagen, gab es hingegen wieder einen Dämpfer bei der Preisentwicklung: Hier fielen die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 0,3 Prozent und damit stärker als erwartet.

Die veröffentlichten Daten machen deutlich, dass die Preisentwicklung immer noch weit von der Zielmarke der japanischen Notenbank entfernt ist. Die Währungshüter streben eine Inflation von zwei Prozent an, weil sie dann die Preisstabilität als gewährleistet ansehen. In Japan ist die Preisentwicklung schon seit langem vergleichsweise schwach. Dies gilt auch als ein Beleg für die schwache Entwicklung der Wirtschaft.

Ökonomen bemängeln, dass sich in Japan nach wie vor keine deutlichen Lohnsteigerungen abzeichnen. Diese waren vom Regierungschef Shinzo Abe zuletzt regelmässig gefordert worden. Auch signifikante Preisanhebungen durch Unternehmen werden derzeit nicht erwartet, was ebenfalls eine Folge des zurückhaltenden Binnenkonsums ist.

Im Januar sanken die Ausgaben privater Haushalte laut Regierungsangaben abermals und zwar deutlich stärker als im Vormonat. Leicht rückläufig war hingegen die Arbeitslosenquote. Sie fiel im Januar auf 3,0 Prozent und erreichte damit wieder das Niveau, das bereits im vergangenen Jahr mehrfach erreicht worden war und den niedrigsten Stand seit Mitte der 1990er-Jahre markierte.

Japans Währungshüter versuchen seit geraumer Zeit mit einer extrem lockeren Geldpolitik gegen die schwache Preisentwicklung vorzugehen. Mehrfach hat die Bank of Japan ihren Kurs verschärft, zuletzt sogar in Richtung einer direkten Zinssteuerung am Kapitalmarkt. Der Erfolg dieser aggressiven Politik hält sich jedoch in Grenzen./zb/jkr/jsl/fbr

(AWP)