Wipo: Chinesische Patentanträge weiten sich 2015 erneut aus

(Meldung ergänzt um Aussagen des Wipo-Generaldirektors und Angaben zu den Patentanmeldungen aus der Schweiz)
23.11.2016 14:59

Genf (awp/sda) - "Innovationen made in China", statt "Kopien made in China" muss es wohl künftig heissen. Mehr als ein Drittel aller im vergangenen Jahr bei der Weltorganisation für geistiges Eigentum (Wipo) in Genf angemeldeten Patentanträge stammten nämlich aus China.

Rund 2,9 Millionen Patentanträge registrierte die Wipo im vergangenen Jahr. Das entspricht einer Zunahme von fast 8% gegenüber dem Vorjahr, wie die Wipo am Mittwoch mitteilte. Zum sechsten Jahr in Folge gingen bei der Wipo damit mehr Anträge ein.

Diese Zunahme kontrastiere mit dem weltweit sehr schwachen Wirtschaftswachstum, erklärte Wipo-Generaldirektor Francis Gurry am Mittwoch vor den Medien in Genf. Von den meisten Ländern seien 2015 mehr Patentanträge gestellt worden.

Einen ausserordentlichen Zuwachs von fast 20% verzeichnete dabei China. Wie bereits im Vorjahr waren damit erneut die Chinesen Spitzenreiter bei den Patentanmeldungen. Allein über eine Million der staatliche Eingaben gingen auf das Konto des Riesenreiches.

Nur gerade mal halb so viele Patentanfragen stammten aus den USA (gut 580'000). Es folgen Japan (213'000) und die Europäische Union (160'000). Für die Schweiz konnten im vergangenen Jahr insgesamt fast 2000 Anträge gezählt werden, davon stammten drei Viertel von Unternehmen.

Die meisten der insgesamt 2,9 Millionen Patentanträge betrafen die Computertechnologie (7,9%), gefolgt von der Elektroindustrie (7,3%) und Informationstechnologie (4,9%).

(AWP)