Wirtschaft zieht an: China überrascht mit starkem Preisanstieg

Erneut deuten Konjunkturdaten aus China darauf hin, dass die zweitgrösste Volkswirtschaft langsam wieder Fahrt aufnimmt.
10.01.2017 09:20
Die Preise in China steigen.
Die Preise in China steigen.
Bild: Pixabay

Wie das Statistikamt in Peking am Dienstag mitteilte, sind die Erzeugerpreise im Dezember so schnell wie seit über fünf Jahren nicht mehr gestiegen.  Die Preise machten im Jahresvergleich einen grossen Sprung um 5,5 Prozent. Einen stärkeren Anstieg gab es zuletzt im September 2011. Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Volkswirte hatten im Schnitt nur einen Zuwachs um 4,6 Prozent erwartet.

Analysten werteten die Zahlen als weiteres Zeichen der Stabilisierung für die ins Stocken geratene Wirtschaft. Steigende Rohstoffpreise, aber auch die enorme Nachfrage im Bausektor hätten zum Anstieg der Erzeugerpreise beigetragen.

Auch die Entwicklung der Verbraucherpreise zeigte sich im Dezember mit einem Anstieg um 2,1 Prozent im Jahresvergleich robust. Volkswirte hatten allerdings mit einer Inflation von 2,2 Prozent gerechnet, nach einer Teuerung um 2,3 Prozent im November.

Zahlen am 20. Januar

Xu Shaoshi, Chinas oberster Wirtschaftsplaner, sagte am Dienstag, dass er für das gesamte Jahr 2016 mit einem Wirtschaftswachstum von 6,7 Prozent rechnet. Die Zahlen legt Peking am 20. Januar vor.

China macht laut Xu Shaoshi, der die Entwicklungs- und Reformkommission leitet, auch beim Abbau von Überkapazitäten im Kohle- und Stahlsektor Fortschritte. Überkapazitäten in Höhe von 295 Millionen Tonnen seien im Stahl- und Kohlesektor im vergangenen Jahr abgebaut worden. 800 000 Arbeiter hätten deshalb ihre Jobs verloren, von denen aber die meisten eine neue Beschäftigung gefunden hätten.

Neben der rasant steigenden Verschuldung von Unternehmen, gelten Überkapazitäten in China als eines der grössten Probleme der Wirtschaft. In Erwartung, dass der Wirtschaftsboom in China immer weiter geht, haben viele Unternehmen mehr Fabriken gebaut und Arbeiter eingestellt, als eigentlich notwendig wären, um die Nachfrage zu decken.

(AWP)