Wirtschaftsbund Mercosur suspendiert Venezuela dauerhaft

Nach den jüngsten Entwicklungen in Venezuela wird die Mitgliedschaft des Landes im südamerikanischen Wirtschaftsbund Mercosur dauerhaft auf Eis gelegt. Das beschlossen am Samstag die Aussenminister von Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay bei einer Sondersitzung in Brasilien. Venezuelas Mitgliedschaft war schon 2016 vorübergehend ausgesetzt worden, weil die Regierung des sozialistischen Staatschefs Nicolás Maduro gegen demokratische Grundprinzipien verstosse. Ihm wird ein Umbau hin zur Diktatur vorgeworfen. Über 120 Menschen starben seit April bei Protesten. In der Region ist das Land mit den grössten Ölreserven zunehmend isoliert, nur Ecuador und Bolivien halten noch zu Maduro.
06.08.2017 15:13

Für den 1991 gegründeten gemeinsamen Markt des Südens (Mercosur) ist die Europäische Union mit Ausfuhren von rund 110 Milliarden Euro im Jahr der wichtigste Handelspartner. Nach dem Vorbild der EU versucht man, Zollschranken und Handelshemmnisse abzubauen. EU und Mercosur verhandeln über einen gemeinsamen zollfreien Warenaustausch, das wäre ein Markt, der rund 800 Millionen Menschen umfassen würde. Venezuela wäre dann von so einem Freihandelsabkommen ausgeschlossen. Wegen der Dauerkrise brach die Wirtschaftsleistung Venezuelas 2016 um rund 18 Prozent ein, die Inflation ist die höchste der Welt./ir/plg/DP/men

(AWP)