Wirtschaftswachstum kommt in Deutschland stärker in Fahrt - Inflation schwächer

Die deutsche Wirtschaft hat im Sommer nach einer robusten ersten Jahreshälfte weiter Fahrt aufgenommen. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal um 0,8 Prozent zum Vorquartal. Experten hatten für die Monate Juli bis September nur ein Wachstum von 0,6 Prozent erwartet. Im zweiten Quartal war die Wirtschaft ebenfalls um 0,6 Prozent gewachsen.
14.11.2017 08:03

Im dritten Quartal wurde das Wachstum laut Statistikamt unter anderem durch den Aussenhandel getragen. Die Exporte legten im dritten Quartal stärker zu als die Importe. Nach wie vor bleiben die staatlichen und privaten Konsumausgaben eine Stütze für den Aufschwung. Ausserdem haben die Firmen mehr in Ausrüstungen investiert als ein Quartal zuvor.

Derweil hat sich der Preisauftrieb in Deutschland im Oktober wie erwartet abgeschwächt. Die Konsumentenpreise seien zum Vorjahresmonat um 1,6 Prozent gestiegen, teilt das Statistische Bundesamt nach einer zweiten Schätzung mit. Die erste Schätzung wurde damit wie von Experten erwartet bestätigt.

Im September hatte die Jahresinflationsrate noch bei 1,8 Prozent gelegen. Im Vergleich zum Vormonat stagnierten die Verbraucherpreise im Oktober. Auch dies war zuvor bereits geschätzt worden.

Im Oktober hat sich der preistreibende Einfluss der Energiepreise auf die gesamte Preisentwicklung nach Angaben des Bundesamtes deutlich abgeschwächt. Preistreiber waren hingegen Nahrungsmittel. Hier meldeten die Statistiker einen Zuwachs im Jahresvergleich um 4,3 Prozent.

Der für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) massgebende Preisindex HVPI erhöhte sich im Oktober auf Jahressicht um 1,5 Prozent. Damit wurde die erste Schätzung wie von Experten erwartet bestätigt. Die EZB strebt für den gesamten Euroraum eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. Mit einer sehr lockeren Geldpolitik versucht sie, die Inflation nach oben zu treiben.

jkr/oca

(AWP)