Wohnungsleerstand dürfte laut CS-Experten 2018 weiter steigen

Vor wenigen Tagen sorgte die Anzahl leer stehender Wohnungen in der Schweiz für Schlagzeilen. Es wurde der höchste Leerstand seit 18 Jahren gemessen. Für die Ökonomen der Credit Suisse ist das Ende der Fahnenstange aber noch nicht erreicht.
28.09.2017 12:05

Das Bundesamt für Statistik hatte einen Leerwohnungsbestand von 1,47% gemessen, was gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme um 8'375 Wohnungen oder 15% entspricht. Der Anstieg hatte sich im Vergleich zu den Vorjahren damit nochmals beschleunigt.

Eine Trendwende scheint nicht in Sicht. Dies sehen zumindest die CS-Ökonomen so. Ihr Argument: Die Zuwanderung verliert im laufenden Jahr weiter an Schwung, während die Bautätigkeit unverändert hoch bleiben dürfte, wie sie in dem am Donnerstag veröffentlichten "Immobilienmonitor" schreiben.

Zwar seien in den letzten zwölf Monaten rund 8% weniger Baubewilligungen für Wohnungen erteilt worden als im Jahr zuvor. Der Verlauf der Baugesuche (+2%) lasse jedoch vermuten, dass die Pipeline gut gefüllt bleibe.

Damit dürften die Leerstände mit grosser Wahrscheinlichkeit auch 2018 weiter steigen, wie es heisst. Besonders ausserhalb der Zentren würden die Mieter an Marktmacht gewinnen, und der Druck auf die Mietpreise dürfte sich verstärken.

INVESTOREN VERHALTEN SICH RATIONAL

Den Investoren fehlerhaftes Agieren zu unterstellen, greift allerdings zu kurz, wie CS-Ökonom Fredy Hasenmaile anmerkt. "Sie verhalten sich durchaus rational und investieren schlicht in diejenigen Anlagen, die im Vergleich zu den renditeschwachen Kapitalmärkten eine höhere risikoadjustierte Kapitalverzinsung versprechen."

Sie würden auch nicht so rasch von ihrem Tun ablassen und berücksichtigten in ihren Kalkulationen zumeist höhere Leerstände. Hasenmaile geht davon aus, dass der Renditevorteil von Immobilienanlagen erst mit dem Ende der Negativzinsen schwinden dürfte.

"Wenn man den Investoren etwas vorwerfen kann, dann vielleicht das etwas gar forsche Expandieren der Bautätigkeit in den ländlichen Raum", so der CS-Experte.

cp/ra

(AWP)