WTO tadelt die Schweiz wegen Nichteinhaltung von Vereinbarungen

Die Schweiz hat in den letzten Jahren die meisten mit der Welthandelsorganisation (WTO) vereinbarten Kontingente nicht eingehalten. Bis 2019 will die Schweiz diese Missstände jedoch beseitigen.
16.05.2017 15:29

Das Schweizer Zollsystem mit tariflichen Kontingenten sei sehr komplex, hält die WTO in ihrem neuesten Bericht über die Schweizer Handelspolitik fest. In diesem Rahmen hat die Schweiz vor allem 2016 zu viele Agrargüter importiert, was dazu geführt hat, dass Importeure für die Übermengen höhere Zölle bezahlen mussten.

Eine weitere Verletzung der Abmachungen ist, dass die Schweiz Kontingentsrechte anhäuft und einen Garantiefonds für gewisse Güter führt. Die Schweiz hat Notlager für Nahrungs- und Futtermittel sowie Treibstoffe und Medikamente für den Fall von Epidemien angelegt. Um diese Lager zu führen, erhebt die Schweiz auf der Produktion und dem Import dieser Güter eine Steuer.

Die WTO bemängelt an diesem System, dass diese Zölle und Steuern dazu führen können, dass die Kontingente der WTO überschritten werden. Die Schweiz arbeitet gemäss dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) daran, ihre Verpflichtungen gegenüber der WTO bis Ende 2019 erfüllen zu können.

SCHWEIZ HEBT ZÖLLE FÜR 201 PRODUKTE AUF

Die von Staatssekretärin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch angeführte Schweizer Delegation rief der WTO die wichtigsten wirtschaftlichen Indikatoren der Schweiz seit 2013 in Erinnerung. Zudem kündigte die Delegation an, Ende Juni für 201 kommunikationstechnische Produkte die Zölle aufzuheben.

Diese Massnahme ist Anfang Januar vom Bundesrat provisorisch gutgeheissen worden anlässlich der Inkrafttretung des von der Schweiz ratifizierten Abkommens über die Kommunikationstechnologie.

Das Treffen der Mitglieder der WTO am Dienstag ist mehreren Themen gewidmet. Sie reichen von der Aufhebung von Zollobergrenzen beim Euro über den automatischen Informationsaustausch und der Exportförderung bis zur Steuerreform.

cp/

(AWP)