Zinsen auf Vorsorgekonten laut Studie auf historischem Tiefstand

Zürich (awp) - Für Vermögen auf Schweizer Vorsorgekonten gibt es so wenig Zins wie noch nie. Die Sätze für Säule-3a- und Freizügigkeitskonten sinken laut einer Untersuchung von moneyland.ch Monat für Monat. Die Zinsen in der Säule 3a liegen im Durchschnitt noch bei 0,49% pro Jahr und bei Freizügigkeitskonten bei gerade mal 0,2%, wie es in einer Mitteilung des Onlinevergleichsportals vom Dienstag heisst.
06.12.2016 08:49

"Das ist ein neues historisches Zinstief", wird Benjamin Manz, Geschäftsführer von moneyland.ch in der Mitteilung zitiert. Und ein Ende des Zinsverfalls sei nicht in Sichtweite. Im Sommer 2014 lagen die 3a-Zinssätze noch bei durchschnittlich 1,4%, im Dezember 2015 nur noch bei 0,67%. Einen Lichtblick gibt es aber: Obwohl die Zinssätze gegen Null tendieren, seien bei Vorsorgekonten weiterhin keine Negativzinsen zu erwarten.

ZINSUNTERSCHIEDE GROSS

Die Studienverfasser untersuchten 93 Schweizer 3a-Sparkonten und fanden "markante Differenzen" zwischen einzelnen Anbietern. Die Bandbreite reiche von 0% bis 1% pro Jahr. "Über die Jahre kann eine solche Zinsdifferenz je nach Vorsorgebetrag Tausende von Franken ausmachen", so moneyland.ch-Analyst Felix Oeschger.

Im Vergleich schnitten laut moneyland.ch die Crédit Agricole am besten ab und die Postfinance belegte den letzten Platz. Entscheidend dabei sei meistens der Wohnkanton der Kunden, da viele Kassen den im Kanton ansässigen Beitragszahlern einen besseren Zinsen bieten. Am meisten Zins offeriere beispielsweise die Caisse d'Epargne de Cossonay mit 1%, was aber nur für Kunden des Kantons Waadt gelte.

Überdurchschnittlich sei die Verzinsungen zudem bei der WIR Bank (0,65%), der Neuen Aargauer Bank (0,6%), der Cornèr Bank (0,6%) und der Credit Suisse (0,55%). Etwas tiefer dagegen liegen die Zinssätze laut Studie bei der UBS (0,5%) und die Postfinance biete ab 2017 sogar nur unterdurchschnittliche 0,3% an.

Bei Freizügigkeitskonten sei die Lage jedoch noch schlechter: Im Durchschnitt offerieren Banken nur noch 0,2% und die Bandbreite sei mit 0% bis 0,5% zudem geringer. Die Grossbanken liegen mit je 0,2% im Mittelfeld und bei anderen Instituten wie der Postfinance und der Zürcher Kantonalbank sind es nur noch je 0,05%, heisst es weiter.

DRITTE SÄULE WEITERHIN ATTRAKTIV

Die Studienverfasser halten aber daran fest, dass trotz der tiefen Zinsen die dritte Säule weiterhin attraktiv bleibe, was an der Steuerersparnis liege. "Je nach der Höhe des einbezahlten Betrags und des Einkommens kann die Steuerersparnis durchaus mehr als 1000 Franken betragen", so Oeschger.

Auch Vorsorgefonds seien eine lohnenswerte Alternative. Damit seien Anleger in der Lage unter anderem in Aktien und Obligationen zu investieren. Dabei müsse sich der Beitragszahler aber den Kosten und Risiken bewusst sein. Wichtig sei daher ein langfristiger Anlagehorizont.

sta/tp

(AWP)