Aktien Frankfurt Ausblick: Anleger bleiben positiv gestimmt

Am deutschen Aktienmarkt dürfte die Erholungsrally am Donnerstag in eine neue Runde gehen. Der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex signalisierte rund eine Stunde vor Handelsstart ein Plus von 0,94 Prozent auf 12 138 Punkte. In Europa wird der EuroStoxx 50 ebenfalls deutlich höher erwartet.
05.09.2019 08:18

Weitere Abstimmungsschlappen für den britischen Premier Boris Johnson und seine No-Deal-Brexit-Pläne erfreuen die Anleger aktuell ebenso wie neue Gespräche im Handelsstreit zwischen den USA und China. "Lange depressive Anleger saugen alle auch nur im Ansatz positiven Nachrichten begierig auf", sagte ein Händler.

Wie chinesische Staatsmedien berichteten, sollen neue direkte Gespräche zwischen den beiden Handelsstreitparteien USA und China Anfang Oktober im Rahmen des regelmässigen strategischen Wirtschafts- und Handelsdialogs beider Länder in Washington stattfinden. Auf der Arbeitsebene sollen "bedeutende Fortschritte" bereits Mitte September vorbereitet werden.

Mit Blick auf den Brexit hatte Premier Johnson derweil vergeblich versucht, ein Gesetzesvorhaben im Unterhaus zu stoppen, das einen No-Deal-Brexit Grossbritanniens verhindern soll. Da am Mittwoch auch ein Antrag Johnsons auf eine Neuwahl abgelehnt wurde, verlor seine Regierung binnen nur zwei Tagen insgesamt vier Abstimmungen.

Inzwischen gab die britische Regierung ihren Widerstand gegen das Gesetz auf. Es scheint damit so gut wie sicher rechtzeitig vor dem Beginn der Zwangspause des Parlaments nächste Woche in Kraft treten zu können.

Hierzulande rücken unter anderen die Autobauer in den Fokus. Volkswagen , BMW und Daimler hatten im August starke Absatzanstiege auf dem wichtigen US-Markt erzielt. Der anhaltende SUV-Boom und die rabattträchtige Verkaufsschlacht rund um das "Labor Day"-Feiertagswochenende spielten der Branche in die Karten.

Erfreuliche Nachrichten kamen auch von Nordex . Bei dem Windanlagenhersteller ist die Auftragslage weiter positiv. Auf der Handelsplattform Tradegate notierten die Aktien knapp 2 Prozent über dem Xertra-Schlusskurs vom Mittwoch. Etwas nach unten ging es vorbörslich für die Papiere von Scout24 . Die Finanzinvestoren Hellmann & Friedman haben ihre 6,7 Millionen Aktien, die sie im Zusammenhang mit dem gescheiterten Übernahme erworben hatten, wieder auf den Markt geworfen.

Der Energiekonzern Eon bereitet derweil die Integration der RWE-Tochter Innogy vor. Sobald die EU-Kommission den Deal zwischen den beiden Stromriesen freigegeben hat, wird Eon die Zwangsabfindung der übrigen Innogy-Aktionäre in die Wege leiten. Damit legten die Innogy-Aktien auf Tradegate um knapp 1 Prozent zu.

Zudem könnten Analystenkommentare die Kurse bewegen. So gab es Kaufempfehlungen für die Aktien von Siemens sowie HeidelbergCement von Seiten der Deutschen Bank und für KWS Saat von Seiten des Bankhauses Lampe. Die Papiere der Unternehmen zogen auf Tradegate an.

Thyssenkrupp schliesslich zählt bald nicht mehr zu den 30 wertvollsten Börsenunternehmen in Deutschland. Der Essener Industrie- und Stahlkonzern muss wegen seines drastisch gesunkenen Aktienkurses den Dax verlassen. Ersetzt wird der Traditionskonzern durch den Triebwerksbauer MTU . Auch die Indizes MDax und SDax werden neu sortiert. Die Veränderungen werden zum 23. September wirksam./la/zb

(AWP)