Aktien Frankfurt Ausblick: Anleger sind vor Italien-Referendum weiter vorsichtig

FRANKFURT (awp international) - Der Dax dürfte am Donnerstag ähnlich wie zuletzt nur wenig von der Stelle kommen. Auch die von der Opec beschlossene Drosselung der Erdölförderung und in der Folge deutlich gestiegene Ölpreise konnten die Investoren zunächst nicht aus der Reserve locken. Zu gross ist die Zurückhaltung vor dem am Wochenende anstehenden Verfassungsreferendum in Italien.
01.12.2016 08:29

Knapp eine Stunde vor dem Handelsstart signalisierte der X-Dax als Indikator für den wichtigsten deutschen Aktienindex ein Minus von 0,35 Prozent auf 10 603 Punkte. Am Vortag hatte der Dax ein knappes Plus ins Ziel gerettet und für den Monat November - trotz der Turbulenzen rund um die US-Präsidentschaftswahl und Donald Trumps Überraschungssieg - lediglich einen minimalen Kursrückgang ausgewiesen. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wird am Donnerstagmorgen ebenfalls moderat in der Verlustzone erwartet.

'ZURÜCKHALTUNG VOR ITALIEN-REFERENDUM NACHVOLLZIEHBAR'

Es sei bemerkenswert, dass selbst die letzten Handelstage des Monats, die üblicherweise zu den stärksten gehörten, dem Dax keinen Rückenwind gegeben hätten, schrieb Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Die offensichtliche Vorsicht der Anleger vor dem Referendum in Italien sei angesichts der Überraschungen bei den letzten Wahlen und Abstimmungen aber "durchaus nachvollziehbar".

Am Donnerstag dürfte die Aufmerksamkeit zunächst den Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone gelten, so Schmidt weiter. Diese dürften zwar solide ausfallen, der Europäischen Zentralbank (EZB) aber keinen Grund liefern, etwas an ihrer ultralockeren Geldpolitik zu ändern.

BERICHT STÜTZT FUSIONSHOFFNUNGEN BEI LINDE

Die Aktien von Linde könnten weiter von Fusionshoffnungen profitieren. Börsianer verwiesen auf einen Bericht im "Handelsblatt" (HB), dem zufolge Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle den neuen Anlauf des US-Industriegase-Konzerns Praxair für ein Zusammengehen mit Zugeständnissen für Lindes Hauptstandort in München begrüsst. Im Falle eines Scheiterns befürchtet Reitzle dem Blatt zufolge einen feindlichen Übernahmeversuch.

Am Mittwoch hatte das neue Angebot der Amerikaner der Linde-Aktie einen knapp fünfprozentigen Kurssprung beschert. Vorbörslich notierten sie zuletzt etwas fester./gl/das

(AWP)