Aktien Frankfurt Ausblick: Anleger warten vor Trumps Amtseinführung ab

Der Dax dürfte am Freitag weiter auf der Stelle treten. Mit der Amtseinführung von Donald Trump als neuen US-Präsidenten am frühen Abend gehe eine lange Wartezeit zu Ende, schrieb Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK. Nach der Rally seit Trumps Wahlsieg im November schienen die Finanzmärkte nun nervös zu werden.
20.01.2017 08:25

Der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex signalisierte eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsstart ein Minus von 0,11 Prozent auf 11 584 Punkte. Auf Wochensicht steuert der Dax damit auf ein Minus von 0,39 Prozent zu. Beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 deutet sich am Freitagmorgen ein fast unveränderter Auftakt an.

HOHE ERWARTUNGEN VOR TRUMPS REDE

Nachdem Donald Trump sehr hohe Erwartungen für deutliche Steuersenkungen und Investitionen in die Infrastruktur geschürt habe, sei nun die Frage, ob er diese erfüllen könne, erklärte Hewson weiter. Im Fokus stehe die Amtseinführungsrede, nachdem die Pressekonferenz in der vergangenen Woche Details zur Politik des neuen US-Präsidenten weitgehend schuldig geblieben sei.

Auf Rückenwind von den Übersee-Börsen kann der Dax einmal mehr nicht hoffen: Während der US-Leitindex Dow Jones Industrial am Donnerstag den fünften Tag in Folge mit Verlusten geschlossen hatte, fanden die asiatischen Börsen keine gemeinsame Richtung. Derweil werteten Ökonomen die jüngsten Wachstumsdaten Chinas als Zeichen der Stabilisierung.

STUDIEN BEWEGEN DÜRR UND HAPAG-LLOYD

Potenziell kursbewegende Unternehmensnachrichten gab es zunächst kaum. Die Aktien des Halbleiterkonzerns Dialog Semiconductors könnten sich Händlern zufolge dank guter Zahlen und eines positiven Ausblicks des US-Branchenkollegen Skywork Solutions etwas erholen. Im nachbörslichen US-Handel hatten dessen Anteilsscheine um knapp 8 Prozent angezogen. Die Dialog-Titel zeigten sich indes beim Broker Lang & Schwarz (L&S) zunächst kaum bewegt.

Ansonsten sorgten einmal mehr Analystenkommentare für Impulse. Die Titel des Anlagenbauers Dürr taxierte L&S derweil knapp zwei Prozent höher, nachdem das Analysehaus Kepler Cheuvreux sie hochgestuft hatte und nun zum Kauf empfiehlt. Er halte die Sorgen des Marktes wegen der grossen Abhängigkeit vom Autosektor für übertrieben, schrieb Analyst Hans-Joachim Heimbürger.

Dagegen notierten die Aktien der Containerreederei Hapag Lloyd bei L&S fast zwei Prozent im Minus. Die britische Investmentbank HSBC hat sie abgestuft und votiert nun für einen Verkauf./gl/fbr

(AWP)