Aktien Frankfurt Ausblick: Anleger zunächst defensiv - Berichtssaison im Blick

Am deutschen Aktienmarkt dürften sich die Anleger auch am Donnerstag zunächst in Zurückhaltung üben. Der X-Dax als vorbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex stand knapp eine Stunde vor Börsenbeginn mit 0,05 Prozent im Minus bei 13 376 Punkten.
09.11.2017 08:14

Bereits am Vortag war der deutsche Leitindex Dax auf der Stelle getreten, nachdem er am Dienstag noch auf ein Rekordhoch bei gut 13 525 Punkten gestiegen war. In New York hatten Bankaktien den Dow Jones ausgebremst. Eine mögliche Verzögerung der US-Steuerreform bereite Sorgen, hiess es. Die Vorzeichen aus Asien zeigten ein gemischtes Bild. Der EuroStoxx 50 wird ebenfalls kaum verändert erwartet.

Konjunkturseitig rücken in Deutschland Daten zur Handelsbilanz ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Aus China kamen Erzeugerpreise, die weiter stark angezogen hatten.

Hierzulande ist gleichwohl die Berichtssaison auf dem Höhepunkt. Allein aus dem 30 Werte umfassenden Dax steht fast ein Drittel der Unternehmen mit Geschäftszahlen im Fokus.

Für eine positive Überraschung sorgte die Deutsche Telekom : Der Konzern erhöhte nach einem gut verlaufenen dritten Quartal erneut die Ergebnisprognose. Auf der Handelsplattform Tradegate zogen die Aktien im Vergleich zum Xetra-Schluss um 1,60 Prozent an.

Gute Nachrichten kamen auch von anderen Konzernen. So verhalfen der Commerzbank Immobilien- und Beteiligungsverkäufe zu einem merklichen Gewinn. Der anhaltende Boom im Express- und Paketgeschäft bescherte der Deutschen Post einen Rekordsommer. Auf Tradegate nahmen die Anleger bei den zuletzt gut gelaufenen Aktien aber Gewinne mit und die Papiere büssten fast 4 Prozent ein.

Der Technologiekonzern Siemens hingegen musste operativ zwar Federn lassen, erreichte aber seine Gesamtjahresziele. Damit büssten die Aktien auf Tradegate rund 2 Prozent ein.

Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 schraubte seinen Jahresausblick wegen Herausforderungen im TV-Bereich nach unten. Das überraschte aber nur bedingt, so dass die Anteilsscheine auf Tradegate nur etwas nachgaben.

Der Sportartikelhersteller Adidas verlangsamte sein Wachstumstempo etwas, bestätigte aber seine Prognose. Damit zogen die Papiere auf Tradegate an. Für die Aktien des Rückversicherers Munich Re ging es nach Vorlage der Quartalszahlen auf Tradegate leicht nach unten.

Unter den Unternehmen aus den hinteren Reihen lohnt sich unter anderem ein Blick auf SMA Solar . Der Hersteller für Wechselrichter für Solarstromanlagen dämpfte nach einer schwachen Umsatzentwicklung im dritten Quartal die Erwartungen für das laufende Jahr. Die Papiere fielen auf Tradegate um mehr als 4 Prozent.

Das Biotech-Unternehmen Medigene baut seine Forschungsaktivitäten in der Krebsimmuntherapie weiter aus. Weil die Kosten deshalb steigen, fiel auch im dritten Quartal ein Verlust an. Die Aktien verloren auf Tradegate rund 8 Prozent./la/jha/

(AWP)