Aktien Frankfurt Ausblick: Dax dürfte leicht im Minus starten - Kein US-Handel

Der Dax dürfte nach seinem Erholungsversuch am Montag zunächst wieder den Rückwärtsgang einlegen: Rund eine Stunde vor Handelsstart am Dienstag stand der X-Dax als ausserbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex 0,37 Prozent tiefer bei 12 429 Punkten. Nachdem das Börsenbarometer seit seinem Rekordhoch bei 12 951 Punkten vor zwei Wochen um knapp 5 Prozent abgesackt war, gewann er zu Wochenbeginn 1,22 Prozent. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wird 0,5 Prozent schwächer erwartet.
04.07.2017 08:22

Frischer Schwung dürfte wegen des US-Feiertages fehlen. Tags zuvor hatte der Dow Jones Industrial zwar im verkürzten Handel nach zwei Wochen wieder ein neues Rekordhoch erreicht, seine Gewinne aber letztlich nicht ganz halten können. Die Technologiewerte an der Nasdaq zeigten derweil wieder Schwäche und der Auswahlindex Nasdaq 100 rutschte auf das tiefste Niveau seit Mitte Mai ab. Hier diskutieren die Anleger seit Wochen über das oft als zu hoch erachtete Bewertungsniveau.

STADA ZIEHEN AN

Insofern dürften Kursgewinne am Aktienmarkt erst einmal rar gesät sein. Gegen den Trend stiegen die Aktien von Stada auf der Handelsplattform Tradegate gegenüber dem Xetra-Schlussstand vom Montag um knapp 3 Prozent. Der Übernahmekampf um den Pharmakonzern könnte bald in eine neue Runde gehen. Nur wenige Tage nach der gescheiterten ersten Offerte erwägen die Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven, bei der Finanzaufsicht einen Antrag auf Befreiung von der einjährigen Sperrfrist zur Abgabe eines erneuten Übernahmeangebots zu stellen.

Gerüchte darüber hatten schon kurz nach dem Scheitern des ersten Angebots die Runde gemacht. Das Investorenduo hatte die erforderliche Annahmequote von 67,5 Prozent nur um rund 2 Prozentpunkte verfehlt. Nun berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen, dass Bain Capital und Cinven die Annahmequote auf 65 Prozent oder sogar einen noch niedrigeren Wert senken könnten.

PROSIEBENSAT.1 PROFITIEREN VON STUDIE

Zudem sollten Anleger Chemiewerte im Blick behalten. Der Konzern Clariant bekommt bei der geplanten Übernahme des US-Konkurrenten Huntsman Gegenwind von Investorenseite. Der als aktivistisch geltende Hedgefonds Corvex Management habe sich mehr als drei Prozent der Clariant-Anteile gesichert und will die 6,4 Milliarden Dollar teure Huntsman-Übernahme verhindern, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der Einstieg von Corvex bei Clariant könnte die Übernahmephantasie im Sektor noch weiter beflügeln, sagte ein Börsianer. Allerdings hielten sich auf Tradegate die Reaktionen deutscher Chemiewerte in Grenzen.

Für die Anteilsscheine von ProSiebenSat.1 ging es auf Tradegate um gut 1 Prozent nach oben. Das Bankhaus Lampe hatte die Papiere des Medienkonzerns auf eine Empfehlungsliste gesetzt und dafür im Gegenzug die Aktien des Zahlungsabwicklers Wirecard gestrichen. Diese gaben auf Tradegate leicht nach./la/das

(AWP)