Aktien Frankfurt Ausblick: Dax dürfte sich nach Erholungsversuch stabilisieren

Gestützt von positiven Vorgaben aus Übersee dürfte der Dax am Freitag seine Vortageserholung verfestigen. Negative Impulse hingegen könnten vom wieder deutlich steigenden Euro kommen. Der X-Dax als vorbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex zeigte sich rund eine Dreiviertelstunde vor Börsenbeginn mit 0,05 Prozent im Plus bei 13 054 Punkten. Der EuroStoxx 50 wird mit einem ähnlichen Auftakt erwartet.
17.11.2017 08:38

Ob es erneut Rückschläge geben wird, ist offen. "Womöglich befindet sich der Dax lediglich in einer kurzen Verschnaufpause", warnte Analyst Timo Emden von DailyFX Germany. Er schliesst aufgrund zunehmender Unsicherheiten und Angst vor fallenden Kursen eine Fortsetzung der Korrektur nicht aus. Zumal die Gemeinschaftswährung aktuell wieder über 1,18 US-Dollar gehandelt wird, nachdem die Europäische Zentralbank den Referenzkurs tags zuvor noch auf 1,1771 Dollar festgelegt hatte. Insbesondere eine Rally des Euro über 1,20 Dollar könnte laut Analyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader dem Dax zum Problem werden.

Neben dem Eurokurs hatte die Unsicherheit über die Realisierbarkeit der Steuerpläne des US-Präsidenten Donald Trump auf die Stimmung gedrückt. Hierzulande stehen ausserdem politische Risiken im Vordergrund, zumal CDU, CSU, FDP und Grüne ihre Beratungen über einen Einstieg in Koalitionsverhandlungen für ein Jamaika-Bündnis auf diesen Vormittag vertagt hatten.

Unter den Einzelwerten legte an diesem Morgen nur der seit September im MDax vertretene Wohnungsvermieter Grand City Properties Zahlen vor. Nach dem ersten Halbjahr legte das für Immobilienkonzerne wichtige operative Ergebnis (FFO1) auch im Sommer weiter zu. Vorbörslich stiegen die Aktien auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Kernhandelsschluss um 0,5 Prozent.

Die Papiere der Lufthansa gewannen auf Tradegate 0,3 Prozent. Im Fokus dürfte hier vor allem ein Bericht in der "Wirtschaftswoche" stehen. Die seit der Air-Berlin-Peite deutlich höheren Flugpreise bescheren der grössten deutschen Fluggesellschaft aus Sicht ihrer Konkurrenten ein hohes Gewinnplus. "Der Konzern dürfte jeden Monat mehr als 100 Millionen zusätzlichen Gewinn machen", sagte laut dem Magazin ein führender Manager eines Wettbewerbers. Die Lufthansa habe sich dazu nicht äussern wollen und auf ihre Jahrespressekonferenz im März 2018 verwiesen, hiess es weiter.

Daimler rückten vorbörslich auf Tradegate um 0,5 Prozent vor. Nach bislang starken Verkäufen in diesem Jahr ist der Autobauer optimistisch hinsichtlich seiner Wachstumschancen in China. "Wir sind zuversichtlich, dass wir auf dem Markt wachsen werden", sagte China-Chef Hubertus Troska während der Automesse im südchinesischen Guangzhou. Daimler habe sich zuletzt über starke Zuwächse freuen können. So legten die Verkäufe bis Oktober im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent auf mehr als eine halbe Millionen Fahrzeuge zu, womit Daimler noch vor Audi und BMW zum grössten Premium-Hersteller des Landes aufgestiegen ist./ck/jha/

(AWP)