Aktien Frankfurt Ausblick: Dax im Bann der EZB-Geldpolitik

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt dürfte vor der Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag keine grossen Sprünge machen. Ungeachtet wachsender Kritik am Kurs der EZB dürften die Währungshüter der Eurozone abermals nachlegen: Weil die Inflation trotz der Geldschwemme noch immer im Keller ist, erwarten Volkswirte auf der Sitzung des EZB-Rates eine weitere Lockerung der Geldpolitik. Das viele billige Geld soll im Idealfall die Konjunktur ankurbeln.
08.09.2016 08:24

Der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex signalisierte am Morgen ein Plus von 0,02 Prozent auf 10 755 Punkte. Am Vortag hatte sich der Dax seinem bisherigen Jahreshoch von 10 802 Punkten bis auf 27 Punkte genähert und war mit einem Plus von 0,62 Prozent aus dem Handel gegangen. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 deutete sich am Donnerstag ein um 0,01 Prozent höherer Auftakt an.

RISIKO DER ENTTÄUSCHUNG

EZB-Präsident Mario Draghi dürfte den Volkswirten zufolge eine zeitliche Streckung des seit März 2015 laufenden Anleihenkaufprogramms über März 2017 hinaus bekanntgeben. Seit April 2016 steckt die Zentralbank monatlich 80 Milliarden Euro in Staatsanleihen und inzwischen auch Unternehmenspapiere. Das Volumen der Massnahme - im Fachjargon "Quantitative Easing" oder kurz "QE" - beläuft sich im bisher abgesteckten Zeitraum auf 1,74 Billionen Euro.

"Eine weitere Senkung des negativen Einlagensatzes ist dagegen unwahrscheinlich", glaubt Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck. Ein Marktteilnehmer sieht dabei das Risiko einer grossen Enttäuschung. Denn trete die EZB nochmals aggressiv auf, könne es nach anfänglicher Euphorie schnell heissen, dass sie damit nun ihr Pulver verschossen habe. Liefere sie eher weniger, könne dies als falsche Zurückhaltung kritisiert werden. Der Börsianer fürchtet ein "Lose-Lose-Dilemma".

SLM WEITER IM FOKUS

Unter den Einzelwerten waren fundamentale Nachrichten am Morgen wieder einmal Mangelware. Insofern dürften erneut einige Analystenstudien für Kursbewegungen sorgen. Im Blickpunkt bleiben die Aktien von SLM Solutions , die im vorbörslichen Handel beim Broker Lang & Schwarz (L&S) um weitere 2,5 Prozent auf 40,75 Euro anzogen. Die Deutsche Bank rechnet für die Papiere des 3D-Druckerherstellers auch nach dem starken Anstieg infolge des Gebots durch den US-amerikanischen Konzern General Electric (GE) mit weiteren Kurssprüngen. Analysten erhöhten ihre Kursziele auf 48 Euro.

Die Titel von SAF-Holland reagierten mit einem vorbörslichen Plus von 0,2 Prozent zunächst kaum auf die Nachricht eines Zukaufs. Der Zulieferer für die Nutzfahrzeugindustrie übernimmt 57,5 Prozent an KLL. Der brasilianische Federungsspezialist erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von rund 10 Millionen Euro./edh/fbr

(AWP)