Aktien Frankfurt Ausblick: Dax legt etwas zu

FRANKFURT (awp international) - Nach der jüngsten Erholungsrally im Dax scheint für die Anleger am Donnerstag weiter Abwarten die Devise. Der X-Dax als ausserbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex signalisierte rund eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsauftakt ein Plus von 0,28 Prozent auf 9959 Punkte. Tags zuvor hatte der Dax vergleichbar nachgegeben, nachdem er zuvor an vier Handelstagen um mehr als 6 Prozent nach oben gerannt war. Auch der zuletzt starke EuroStoxx 50 wird am Morgen stabil erwartet.
14.07.2016 08:18

Die Vorgaben aus Übersee liefern kein klares Bild. So ging der Rekordhatz an der Wall Street ein wenig die Puste aus und die Börsen Asiens fanden keine gemeinsame Richtung. Aus charttechnischer Sicht sehen auch hierzulande Marktbeobachter die Luft nach der jüngsten Rally dünner werden.

BRITISCHE NOTENBANK IM FOKUS

Im Verlauf richten sich die Blicke einmal mehr nach Grossbritannien. Dort steht die Notenbank nach dem Brexit-Schock womöglich vor einer Lockerung ihrer Geldpolitik. Fraglich ist Experten zufolge aber, wann sie es tut. Die Experten sind gespalten, ob die Währungshüter bereits an diesem Donnerstag reagieren werden.

Zudem bleiben Italiens Bankenkrise und die Rettungspläne des Ministerpräsidenten Matteo Renzi im Fokus. Für Aufmerksamkeit sorgte laut einem Händler in dieser Situation nun die Investmentbank Citigroup mit einer Kaufempfehlung für den italienischen Bankenprimus Unicredit .

BASF SPRICHT WOHL WIEDER MIT MONSANTO

Im Dax sollten neben Deutscher Bank und Commerzbank auch Bayer und BASF im Auge behalten werden. Der von Bayer umworbene US-Saatgutspezialist Monsanto hat offenbar Gespräche mit BASF über eine Kombination der jeweiligen Agrochemie-Sparten wieder aufgenommen. Die Amerikaner prüften verschiedene Transaktionen einschliesslich der Übernahme des BASF-Geschäfts mit Lösungen für die Agrarwirtschaft, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg aus informierten Kreisen. Weder Monsanto noch BASF wollten Stellung nehmen.

"Die neuen Gespräche der Amerikaner mit BASF erscheinen als 'Giftpille', sollte man in den Verhandlungen mit Bayer nicht weiterkommen", sagte ein Börsianer. Die Leverkusener bieten 62 Milliarden US-Dollar (gut 55 Mrd Euro) in bar, Monsanto hat dies aber als zu wenig zurückgewiesen. "Für Bayer wäre es allerdings positiv, wenn die teure Übernahme noch scheitert", so der Börsianer weiter.

SOFTWARE AG HEBT PROGNOSE AN

Aktien der Software AG ragten mit einem vorbörslichen Kurssprung von 5 Prozent heraus. Das Unternehmen ist nach einem überraschend gut verlaufenen zweiten Quartal für das Gesamtjahr positiver gestimmt. Die operative Ergebnismarge (Ebita) soll bei plus 30,5 bis 31,5 Prozent liegen. Bisher waren 30,0 bis 31,0 Prozent angepeilt worden./ag/das

(AWP)