Aktien Frankfurt Ausblick: Dax mit neuem Sprungversuch über 13 000-Punkte-Marke

Der Dax könnte am Montag einen weiteren Versuch zur Überwindung der Rekordmarke von 13 000 Punkten starten. Auftrieb könnten die Daten zur Industrieproduktion geben, denn das verarbeitende Gewerbe in Deutschland weitete seine Produktion im August deutlich stärker als erwartet aus.
09.10.2017 08:25

Der X-Dax als vorbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex stand rund eine Dreiviertelstunde vor Börsenbeginn mit 0,18 Prozent im Plus bei 12 979 Punkten. Am Freitag hatte sich das Börsenbarometer der runden Marke bereits stark genähert und bei 12 993,53 Punkten den bisher höchsten Stand in seiner Geschichte erklommen. Seit dem Zwischentief Ende August ging es mittlerweile um mehr als 9 Prozent nach oben. Der EuroStoxx 50 wird hingegen am Montag mit 0,15 Prozent im Minus erwartet.

Gescheitert war der Dax vor dem Wochenende vor allem, nachdem der wichtige US-Arbeitsmarktbericht in puncto Beschäftigungsentwicklung enttäuscht hatte und Rückenwind von den rekordverwöhnten US-Börsen ausgeblieben war.

Von der Konjunkturseite dürften an diesem Tag nach Ansicht des Analysten Dirk Gojny von der National-Bank in Essen allerdings die China-Daten nachdenklich stimmen. Dort hatte sich die Stimmung bei kleineren und privaten Dienstleistern im September wieder eingetrübt.

Auch Neuigkeiten zur schwelenden Katalonien-Krise in Spanien und entsprechende Reaktionen des Eurokurses dürften im Fokus bleiben, denn allen Protesten zum Trotz hält Regionalregierungschef Carles Puigdemont an den Unabhängigkeitsplänen für die Region Katalonien fest. Es wird erwartet, dass er die Unabhängigkeit bei einer Rede am Dienstagabend im Parlament in Barcelona verkünden könnte.

Unter den Einzelwerten dürften die Aktien von Airbus Aufmerksamkeit auf sich ziehen und schwach starten. Vorstandschef Tom Enders bereitet seine Belegschaft wegen Verdachts auf Korruption und Schmiergelder in Millionenhöhe auf schwere Zeiten vor. "Das dürfte (...) ein langer Weg werden, und die Möglichkeit schwerwiegender Konsequenzen, einschliesslich erheblicher Strafen für das Unternehmen ist durchaus gegeben", heisst es in einem Brief von Enders, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Ein Sprecher des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns sagte am Sonntag, Enders selbst stehe ausser Verdacht.

Die Aktien der Commerzbank dagegen könnten davon profitieren, dass auch die französische Bank Credit Agricole im Falle eines Falles an der deutschen Branchenkollegin interessiert wäre. Er würde den Auftritt auf dem deutschen Markt gerne deutlich ausbauen, sagte Vorstandschef Philippe Brassac dem "Handelsblatt" (Montag). Dabei würde er auch einen Blick auf die Commerzbank werfen, sollte das Frankfurter Geldhaus tatsächlich als Übernahmeziel auf den Markt kommen. Zuvor waren bereits die italienische Unicredit und die französische BNP Paribas als mögliche Käufer von Beobachtern ins Spiel gebracht worden.

Eine Studie des Bankhauses Lampe könnte die Aktien der Allianz belasten, da diese das Papier des Versicherers von "Kaufen" auf "Halten" abgestuft hat./ck/jha/

(AWP)