Aktien Frankfurt Ausblick: Dax tritt nach Rally auf der Stelle

FRANKFURT (awp international) - Nach fast 6 Prozent Plus in drei Handelstagen scheinen es die Anleger im Dax zur Wochenmitte ruhiger angehen zu lassen: Der X-Dax als ausserbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex signalisierte am Mittwoch rund eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsauftakt einen Abschlag von 0,13 Prozent auf 9964 Punkte. Tags zuvor war der Dax sogar kurzzeitig erstmals seit dem Brexit wieder über 10 000 Punkte gestiegen. Auch der zuletzt starke EuroStoxx 50 wird am Morgen etwas tiefer erwartet.
13.07.2016 08:21

Charttechnisch orientierte Börsianer sehen die Luft inzwischen dünner werden. Bis zur viel beachteten 200-Tage-Linie etwas über 10 000 Punkten ist es nicht mehr weit. Sie gilt als Indikator für den längerfristigen Trend und könnte der Rally nun etwas Einhalt gebieten.

WALL STREET EILT VON HOCH ZU HOCH

Das internationale Börsenumfeld liefert allerdings weiterhin Kaufargumente. So setzte die Wall Street ihren Höhenflug mit weiteren Bestmarken im Dow Jones Industrial sowie im marktbreiten S&P-500-Index fort. An den Börsen Asiens dominieren weiterhin die Käufer das Geschehen.

Auch mit Blick nach Grossbritannien nahm die politische Ungewissheit zuletzt ein Stück weit ab: Theresa May übernimmt an diesem Mittwoch fast drei Wochen nach dem Brexit-Votum die Regierung. Das britische Pfund als aktuelles Krisenbarometer nach dem "No" der Briten gegen ihre EU-Mitgliedschaft bleibt denn auch auf Erholungskurs.

AIRBUS KÜRZT A380-ZIELE - AKTIE FÄLLT

Zunächst zeichnen sich allerdings durch die Bank leichte Gewinnmitnahmen ab. Besonders hart dürfte es die Aktien von Airbus treffen. Nachdem die Branchenmesse Farnborough Airshow bei London bislang ein Erfolg war, kam nun ein Stimmungsdämpfer. Der Flugzeugbauer strich die Produktion des weltgrössten Passagierjets A380 wegen ausbleibender Neubestellungen um mehr als die Hälfte zusammen. Airbus-Aktien knickten vorbörslich beim Broker Lang & Schwarz um über 2 Prozent ein, nachdem sie zuletzt aber um mehr als 8,5 Prozent nach oben gerannt waren.

Im Auge behalten sollten die Anleger auch Thyssenkrupp . Dem Industriekonzern droht laut einem "Handelsblatt"-Bericht Ärger durch einen Korruptionsfall. Mitarbeiter der Rüstungstochter Atlas Elektronik stünden demnach im Zusammenhang mit einem Geschäft mit der Türkei im Fokus von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bremen. An Atlas ist auch Airbus beteiligt./ag/fbr

(AWP)