Aktien Frankfurt Ausblick: Dax verschnauft nach Sprung über 11 000 Punkte

FRANKFURT (awp international) - Am Ende einer gewinnträchtigen Woche dürfte am deutschen Aktienmarkt zunächst Ruhe einkehren. Der X-Dax als Indikator für den wichtigsten deutschen Aktienindex signalisierte eine Dreiviertel Stunde vor dem Handelsbeginn eine nahezu unveränderte Eröffnung bei 11 178,87 Punkten.
09.12.2016 08:35

Der Dax hat in dieser Woche bereits mehr als 6 Prozent zugelegt, war dabei erstmals seit einem Jahr über 11 000 Punkte gesprungen und hatte ein Jahreshoch bei 11 193 Punkten erreicht. Triebfeder war die Fortsetzung des gigantischen Anleihekaufprogramms der Europäischen Zentralbank, die nun bis Ende nächsten Jahres die Märkte weiter allmonatlich mit Abermilliarden flutet.

Mit der EZB-Entscheidung brach der Dax endgültig aus seiner Lethargie der vergangenen Monate aus. Nicht wenige Experten rechnen nun mit einer Jahresendrally. Der Dax sei auf Kurs zu seinem grössten Wochengewinn in diesem Jahr, stellte Michael Hewson vom Broker CMC Markets fest.

Auch der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone war zuletzt gut gelaufen und dürfte sich am Freitag zu Handelsbeginn zunächst ausruhen.

ANALYST GEHT VON WEITER STEIGENDEN KURSEN AUS

Helaba-Analyst Christian Schmidt rechnet allerdings mit insgesamt eher steigenden Kursen auf kurze Sicht: Es könne davon ausgegangen werden, dass einige Marktteilnehmer den rechtzeitigen Sprung auf den fahrenden Zug verpasst hätten und nun schnell noch einsteigen müssten. "Dafür sprechen auch die überdurchschnittlich hohen Handelsumsätze", schrieb er am Morgen.

Als Stütze dürfte sich dabei die Wall Street erweisen, wo der Dow Jones Industrial seinen jüngsten Rekordlauf am Vorabend ungehindert fortsetzte und es nur noch eine Frage der Zeit zu sein scheint, bis er erstmals in seiner Geschichte über 20 000 Punkte springt. Auch die meisten asiatischen Börsen zeigten sich am Morgen freundlich mit Gewinnen besonders in Japan.

RWE UND STADA STEIGEN

Unter den Einzelwerten stachen im Dax vorbörslich die Aktien von RWE heraus, die nach einem deutlichen Kursverfall an den Vortagen zur Stabilisierung ansetzen. Auf der Handelsplattform Tradegate stieg der Kurs gegenüber dem Xetra-Schluss um ein gutes Prozent.

Neue Spekulationen um die Zukunft des Generika-Herstellers Stada haben die Aktien des MDax-Konzerns derweil angetrieben. Auf der Handelsplattform Tradegate stieg der Kurs gegenüber dem Xetra-Schluss um mehr als 3 Prozent. Das "Financial Times"-Blog Betaville hatte berichtet, dass das Management mit der US-Investmentbank Goldman Sachs an "strategischen Optionen" arbeite, nachdem das Unternehmen aus Bad Vilbel von mehreren Kaufinteressenten angesprochen worden sei. Das Blog berief sich dabei auf zwei mit der Sache vertraute Personen. Ein Händler sprach allerdings von einer "alten Geschichte".

Eine Kaufempfehlung der US-Grossbank JPMorgan hat den gebeutelten Aktien der Gea Group zu einer Erholung verholfen. Auf Tradegate stieg der Kurs gegenüber dem Xetra-Schluss um 2 Prozent. JPMorgan-Analyst Glen Liddy bezeichnete den Kursverfall nach der Gewinnwarnung im Oktober als übertrieben und sieht die Aktie nun als attraktiv bewertet an, zumal das Unternehmen zu viel Bargeld horte und einen Teil dieses überschüssigen Kapitals per Aktienrückkauf an die Anteilseigner ausschütten könne./das/fbr

(AWP)