Aktien Frankfurt Ausblick: Dax vor EZB-Zinsentscheid moderat im Plus erwartet

Vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte der Dax am Donnerstag nur wenig vom Fleck kommen. Der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex signalisierte am Donnerstag knapp eine Stunde vor Handelsbeginn ein Plus von 0,22 Prozent auf 11 625 Punkte. Dem Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 winkt ebenfalls ein moderates Plus.
19.01.2017 08:25

Damit würde der Dax weiter auf der Stelle treten: Seit Jahresbeginn pendelt er in einer engen Spanne um die Marke von 11 600 Punkten - ähnlich wie das US-Börsenbarometer Dow Jones Industrial, das sich seit Wochen vergeblich müht, erstmals die 20 000-Punkte-Schwelle zu überwinden. Auch die uneinheitliche Entwicklung an den asiatischen Handelsplätzen gibt dem Dax am Donnerstag keine Richtung vor.

Die EZB dürfte ihre Geldpolitik am frühen Nachmittag Experten zufolge unverändert lassen. "Im Fokus steht, ob sich die bisher skeptische Einschätzung des EZB-Rates zum Inflationsausblick verändert hat", schrieb Johannes Mayr von der BayernLB. Seiner Einschätzung nach werden die Währungshüter weiterhin einen eher skeptischen Inflationsausblick vorlegen und die jüngste Ausweitung des Kaufprogramms von Anleihen rechtfertigen.

ABSTUFUNG BELASTET THYSSENKRUPP - SAP UND BASF HÖHER

Vorbörslich sorgten vor allem Analystenkommentare für Bewegung bei Einzelwerten. Thyssenkrupp wurden vom Broker Lang & Schwarz (L&S) zwei Prozent im Minus taxiert, nachdem die US-Investmentbank Morgan Stanley ihre Übergewichtungs-Empfehlung gestrichen hatte. Die Aktie des Industrie- und Stahlkonzerns werde mit einem kleinen Bewertungsaufschlag zur Branchen gehandelt, schrieb Analyst Alain Gabriel. Das Gewinnpotenzial hänge von einer erfolgreichen Restrukturierung des europäischen Stahlgeschäfts ab, die mit Unsicherheiten behaftet sei.

Dagegen notierten SAP über ein Prozent im Plus. Händlern zufolge hat Goldman Sachs die Titel des Softwarekonzerns auf ihre Kaufempfehlungsliste gesetzt. Ähnlich sah es bei den Titel des Chemiekonzerns BASF aus - laut Händlern rät die US-Bank JPMorgan nun zur Übergewichtung.

VERKAUFSEMPFEHLUNG DRÜCKT BEI AURUBIS AUF DIE STIMMUNG

Im MDax der mittelgrossen deutschen Börsenunternehmen stachen die Aktien des Kupferkonzerns Aurubis mit einem Minus von knapp drei Prozent heraus. Hier belastete eine Abstufung von Goldman Sachs, deren Analyst Eugene King nun einen Verkauf empfiehlt. Der aktuelle Aktienkurs trage den für das Unternehmen ungünstigen Preisentwicklungen nicht ausreichend Rechnung, monierte er./gl/fbr

(AWP)