Aktien Frankfurt Ausblick: Keine grossen Sprünge vor Jackson Hole erwartet

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt dürften am Freitag vor dem Treffen der Notenbanker im US-amerikanischen Jackson Hole zunächst auf Tauchstation gehen. Dämpfenden Einfluss auf die Kurse könnten auch schwächere deutsche Konjunkturdaten haben. Zudem sollte der bei rund 1,18 Dollar notierende Euro das Kaufinteresse begrenzen.
25.08.2017 08:22

Der X-Dax als ausserbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex stieg rund eine Dreiviertelstunde vor Börsenstart um 0,24 Prozent auf 12 210 Punkte, nachdem er am Vortag kaum verändert geschlossen hatte. Seit seinem Rückschlag bis Mitte Juli pendelt der deutsche Leitindex zwischen 12 000 und 12 300 Punkten. Der EuroStoxx 50 wird am Freitag 0,3 Prozent höher erwartet.

Von Jackson Hole erhoffen sich Investoren geldpolitische Signale der Europäischen Zentralbank (EZB). Im Fokus steht deshalb vor allem die Rede des EZB-Präsidenten Mario Draghi, die allerdings erst nach Börsenschluss auf der Agenda steht. Devisenexperte Lutz Karpowitz von der Commerzbank sieht Draghi vor einem Drahtseilakt, um keine grössere Euro-Stärke auszulösen.

Die deutsche Wirtschaft ist im Frühjahr erneut robust gewachsen - allerdings etwas schwächer als zuletzt. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte, erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal um 0,6 Prozent zum Vorquartal. Die Preise für nach Deutschland importierte Waren sind im Juli deutlich schwächer gestiegen als zuletzt. Nach einer Anstiegsrate von 2,5 Prozent im Juni lagen die Einfuhrpreise im Juli nur 1,9 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Unter den Einzelwerten dürften die Adidas-Aktien unter Druck geraten. Auf der Handelsplattform Tradegate fielen Adidas um 1,5 Prozent verglichen mit dem Schlusskurs im Xetra-Handel vom Vortag. Angesichts des zuletzt guten Laufs des Sportartikelherstellers warnte Konzernchef Kasper Rorsted vor überzogenen Erwartungen an die Zukunft. "Es wäre Naivität pur, die Dynamik fortzuschreiben, wie wir sie jetzt erleben", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er bekräftigte aber den mittelfristigen Ausblick bis 2020.

Eine Kaufempfehlung des US-Investmenthauses Stifel trieb die Papiere von Zalando auf Tradegate um 1,2 Prozent nach oben. Analyst Scott Devitt hob sein Kursziel von 42 auf 45 Euro. Damit sieht er im Vergleich zum Schlusskurs vom Donnerstag rund 12,5 Prozent Luft nach oben und stufte die Papiere von "Hold" auf "Buy" hoch. Die Aktien des Online-Modehändlers waren im Juni auf ein Rekordhoch bei 45,48 Euro gestiegen. Seither ging es um rund 12 Prozent nach unten.

Die Titel von Stada gewannen vorbörslich auf Tradegate 3,6 Prozent. Zuvor war bekannt geworden, dass die Investoren Bain Capital und Cinven über ihre Erwerbsgesellschaft Nidda Healthcare mit dem Arzneimittelkonzern über einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag verhandeln. Unklar ist weiterhin, was der Investor Paul Singer mit seinem Stada-Anteil vor hat. Laut einer Stimmrechtsmitteilung baute er seinen Einfluss aus und verfügt direkt und indirekt über Zugriff auf 11,59 Prozent der Stimmrechte. Singer könnte auf ein besseres Angebot als die von Bain und Cinven gebotenen 66,25 Euro je Aktie spekulieren.

Die Aktien von Borsussia Dortmund (BVB) profitierten erneut von Spekulationen rund um den Wechsel des Offensivspielers Ousmane Dembélé und kletterten auf Tradegate um 3,3 Prozent. Mehrere Medien hatten berichtet, dass der Transfer des französischen Fussball-Nationalspielers von Borussia Dortmund zu den Katalanen perfekt sei. Angeblich soll der spanische Spitzenclub bereit sein, die von Borussia Dortmund geforderte Ablösesumme von 130 Millionen Euro für den Profi-Fussballer zu zahlen./edh/fbr

(AWP)