Aktien Frankfurt Ausblick: Starker Euro bremst Dax weiter aus

Der deutlich gestiegene Eurokurs dürfte den Dax auch am Freitag bremsen. Eine Dreiviertelstunde vor dem Börsenstart stand der X-Dax als ausserbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex 0,10 Prozent tiefer bei 12 435 Punkten.
21.07.2017 08:22

Damit würde der Dax an seine Vortagsentwicklung anknüpfen, als er nach der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) und Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi letztlich fast unverändert aus dem Handel gegangen war - auf Wochensicht steuert er damit auf ein deutliches Minus von rund anderthalb Prozent zu. Ein ähnlich lustloser Auftakt wie beim Dax zeichnete sich am Freitagmorgen beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ab.

'DRAGHI IGNORIERT EURO-AUFWERTUNG'

Am Donnerstag war der Euro nach der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) und Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi deutlich über die Marke von 1,16 US-Dollar gestiegen - auf diesem Niveau behauptete er sich auch am Freitagmorgen. Eine starke Gemeinschaftswährung kann die Exportaussichten europäischer Unternehmen beeinträchtigen.

Draghis Äusserungen enthielten zwar wenig Neues, vermochten es aber nicht, die Investoren mit Blick auf eine eventuelle leichte geldpolitische Straffung in der Zukunft zu beruhigen. Die Devisenexperten der Commerzbank erklärten indes, Draghi habe in der Pressekonferenz nach dem EZB-Zinsentscheid die jüngste Aufwertung des Euro ignoriert und damit dessen weiteren Anstieg möglich gemacht.

SARTORIUS LEIDET VORBÖRSLICH UNTER SCHWACHEN ZAHLEN

Nach der Flut von Geschäftszahlen am Vortag ist die Unternehmensagenda vor dem Wochenende übersichtlich. Auch wichtige Konjunkturdaten sind nicht in Sicht.

Die Aktien von Sartorius büssten angesichts schwacher Halbjahreszahlen auf der Handelsplattform Tradegate vorbörslich 3,72 Prozent auf 88,50 Euro ein. Der Labor- und Pharmazulieferer steigerte zwar dank der jüngsten Zukäufe Umsatz und Ergebnis deutlich, verfehlte aber einem Händler zufolge die Erwartungen. Insbesondere der Auftragseingang sei enttäuschend. Auch die dennoch bestätigten Jahresziele dürften dem Aktienkurs nicht helfen. Nach dem zu erwartenden Bruch der charttechnischen Unterstützung der Aktie bei rund 90 Euro liege die nächste Unterstützungsmarke bei 86 Euro, erklärte der Händler./gl/fbr

(AWP)