Aktien Frankfurt Ausblick: US-Luftschlag in Syrien verunsichert Anleger

Der US-Raketenangriff in Syrien hält die Anleger am deutschen Aktienmarkt zum Ende der Woche von grösseren Engagements ab. Wirklich überraschend komme der Angriff nicht, nachdem US-Aussenminister Rex Tillerson eine deutliche Reaktion auf die jüngsten Ereignisse im Bürgerkriegsland angekündigt hatte, schrieb Marktanalyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets UK am Freitagmorgen. "Durch die Aktion kommt aber eine Komplexität in die geopolitische Lage, die vorher nicht da war." Hewson verwies auf die russische Unterstützung für die Regierung Assad.
07.04.2017 08:24

Vor diesem Hintergrund signalisierte der X-Dax als ausserbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex rund eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsbeginn ein Minus von 0,35 Prozent auf 12 188,44 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 deutete sich ein Abschlag in ähnlicher Grössenordnung an. Für zusätzliche Zurückhaltung sorgte der am Nachmittag anstehende US-Arbeitsmarktbericht, vor dem sich die Anleger nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen wollten.

Tags zuvor hatten Signale der US-Notenbank für eine restriktivere Geldpolitik zunächst für einen Rückschlag auch am deutschen Markt gesorgt, von dem sich der Dax letztlich aber komplett erholte. Nun sorgte der US-Luftschlag gegen einen Militärflugplatz in Syrien für neue Verunsicherung. Bei dem Angriffsziel handelt es sich nach US-Lesart um jenen Flugplatz, von dem aus am vergangenen Dienstag ein Giftgasanschlag der Assad-Regierung verübt worden sein soll. Nach der Attacke waren Öl- und Goldpreise deutlich angesprungen.

Trotz der durchwachsenen Börsenwoche bleibt der Dax aber in Sichtweite seines Rekordstands, das er vor zwei Jahren erreicht und am Montag um ein Haar eingestellt hätte.

Unternehmensseitig blieb es am Freitag zunächst ruhig. Der Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum legte endgültige Geschäftszahlen und einen Dividendenvorschlag von 35 Eurocent je Aktie vor. Unter normalen Umständen dürften die Aktien negativ auf einen derart niedrigen Vorschlag reagieren, erklärte ein Händler. Aber man dürfe nicht vergessen, dass gleich drei interessierte Parteien aktuell Aktien kauften. Vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate fiel das Papier um gut 1 Prozent gegenüber dem Xetra-Schlusskurs - bei allerdings sehr geringen Handelsumsätzen./das/fbr

(AWP)