Aktien Frankfurt Ausblick: Verluste erwartet - Deutsche-Bank-Bilanz enttäuscht

Das Auf und Ab an der Börse dürfte sich am Donnerstag mit neuerlichen Verlusten fortsetzen. Nachdem der Dax tags zuvor einen Teil seiner jüngsten Verluste wettmachen konnte, rückte nun der weiterhin starke Euro wieder in den Fokus. Er drücke etwas auf die Stimmung, hiess es am Markt. Zudem wurde die Bilanz der Deutschen Bank im vorbörslichen Handel zunächst mit Verkäufen quittiert.
02.02.2017 08:27

Der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex signalisierte rund eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsstart ein Minus von 0,41 Prozent auf 11 612 Punkte. Damit bewegt sich der deutsche Leitindex aber weiterhin auf hohem Niveau. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wird etwas weniger deutlich im Minus erwartet.

FED-AUSSAGEN DRÜCKEN AUF DOLLAR-KURS

Der Kurs des US-Dollar war nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Vorabend wieder etwas unter Druck geraten, was den Euro im Gegenzug steigen liess. An diesem Morgen wurde die Gemeinschaftswährung zu 1,0786 Dollar gehandelt. Die Fed hatte den Leitzins wie erwartet unverändert belassen und bekräftigt, dass künftige Zinserhöhungen nur schrittweise erfolgen werden.

Die Konjunkturdaten aus dem Euroraum und den USA sind an diesem Tag nur von untergeordneter Bedeutung. Abgesehen von der Politik des neuen US-Präsidenten Trump wird daher vor allem die Berichtssaison eine wichtige Rolle als Impulsgeber für die Börsen spielen.

DEUTSCHE BANK MIT DURCHWACHSENEN ZAHLEN

Durchwachsene Quartalszahlen legte bereits die Deutsche Bank vor, was den Papieren auf der Handelsplattform Tradegate vorbörslich ein Minus von etwas mehr als 2 Prozent einbrockte. Angesichts teurer Rechtsstreitigkeiten und des Konzernumbaus hat das Finanzhaus das zweite Jahr in Folge einen Milliardenverlust eingefahren. Mit annähernd 1,4 Milliarden Euro fiel dieser höher aus als Analysten erwartetet hatten. Im Vergleich zum Rekordminus von 6,8 Milliarden Euro aus dem Jahr 2015 besserte sich die Lage aber. Die Zahlen sind aber laut Börsianern wegen vieler Sondereffekte schwer einschätzbar, was für starke Kursschwankungen sorgen könnte.

Der Halbleiterhersteller Infineon bekräftigte derweil nach einem guten Start ins laufende Geschäftsjahr 2016/17 seine Prognosen auf Grundlage eines Eurokurses von 1,10 Dollar. Da der Euro zuletzt deutlich darunter gehandelt wurde, hatten einige Analysten allerdings auf eine Prognoseanhebung spekuliert. Dies könnte den Aktienkurs, der erst am Mittwoch auf den höchsten Stand seit 15 Jahren gestiegen ist, zum Handelsstart belasten. Auf Tradegate allerdings reagierten die Papiere mit einem Plus von knapp einem halben Prozent. Die Anteilsscheine von Daimler verloren nach der Vorlage der Zahlen zum vierten Quartal des Autobauers auf Tradegate etwas mehr als ein halbes Prozent.

HANNOVER RÜCK HEBT GEWINNZIEL 2017 AN

Im Fokus stehen zudem auch einige Werte aus der zweiten Reihe: Bei Hannover Rück beflügeln überraschend gute Vertragsabschlüsse die Gewinnhoffnungen für 2017 und liessen die Papiere vor dem Handelsstart auf Tradegate um 2 Prozent steigen. Der weltweit drittgrösste Rückversicherer rechnet daher im laufenden Jahr mit einem Nettogewinn von mehr als eine Milliarde Euro. Bisher waren mindestens 950 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden.

Eine Aktienplatzierung drückte die Hella-Papiere auf Tradegate um knapp 2 Prozent. Die Deutsche Bank brachte laut der Nachrichtenagentur Bloomberg bis zu 2,2 Millionen Aktien aus dem nicht-gepoolten Bestand der Familie Hueck an den Markt. Sie seien dem Streubesitz zugerechnet worden. Der Platzierungspreis lag laut einem Händler bei 37,35 Euro. "Da es sich aber nur um eine kleine Platzierung gehandelt hat, sollte das keinen nachhaltigen Einfluss auf den Aktienkurs haben", fügte er hinzu. Im Festbesitz der Hueck-Familie befinden sich etwa 60 Prozent des ausstehenden Aktienkapitals des Scheinwerfer-Spezialisten./ck/ag

(AWP)