Aktien Frankfurt Ausblick: Wenig Bewegung vor Jackson Hole

Der Dax tut sich weiter schwer mit der Richtungssuche: Der X-Dax als ausserbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex bewegte sich am Mittwoch rund eine Dreiviertelstunde vor Börsenstart mit 12 178 Punkten kaum von dessen Schlussstand weg. Auch der EuroStoxx 50 wird wenig verändert erwartet.
24.08.2017 08:18

Nach dem Rückschlag seit Mitte Juni hatte sich der Dax zuletzt zwischen rund 12 000 und 12 300 Punkten eingependelt. Nun warten die Anleger auf die bevorstehende Notenbankkonferenz im US-amerikanischen Jackson Hole. Besonders interessiert sie dabei die Rede des EZB-Präsidenten Mario Draghi, die allerdings erst am Freitag nach Börsenschluss auf der Agenda steht. Äussert sich Draghi darin zum Ausstieg aus dem Wertpapierkaufprogramm oder zur Stärke des Euro? Dem Vernehmen nach scheint dies zwar eher unwahrscheinlich, dennoch werden Investoren jedes Wort auf die Goldwaage legen.

"In den letzten drei Monaten war das Muster 'starker Euro - schwacher Dax' wiederholt zu beobachten", schrieb Helaba-Analyst Ulrich Wortberg in seinem Morgenkommentar. Dieses Phänomen sei zwar nur sehr kurzfristiger Natur, sollte gerade mit Blick auf Jackson Hole allerdings im Hinterkopf behalten werden.

Unter den Einzelwerten zeigten Aktien von Thyssenkrupp vorbörslich Schwäche. Politiker und Gewerkschaftler wollen einem Pressebericht zufolge die angepeilte Fusion der Stahlsparte von Thyssenkrupp mit dem indischen Branchenriesen Tata Steel verhindern. Dazu solle eine "Deutsche Stahl AG" gegründet werden, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise. Unternehmer Jürgen Grossmann werde gedrängt, seine Stahlgruppe Georgsmarienhütte einzubringen. Die geplante Fusion wird von Börsianern sehr positiv gesehen - platzt sie, wäre es eine herbe Enttäuschung.

Das Konstrukt "Deutsche Stahl AG" könnte dem Bericht zufolge auch die Salzgitter AG umfassen. Deren Aktien reagierten allerdings zunächst kaum.

Nach recht positiven Analystenkommentaren waren Aktien von Hugo Boss und Covestro bei den Anlegern gefragt. Bei Boss sah Analystin Zuzanna Pusz in der Wachstumsbeschleunigung im zweiten Quartal die ersten klaren Zeichen, dass die neue Strategie des Modekonzerns Früchte trage. Sie stockte ihr Kursziel daraufhin deutlich auf und blieb bei ihrer Kaufempfehlung.

Beim von Bayer abgespaltenen Kunstoff-Spezialisten Covestro gab HSBC-Experte Sriharsha Pappu seine negative Haltung auf. Die Auslastung im Polyurethan-Geschäft sei inzwischen doch höher als ursprünglich von ihm angenommen, lautet seine Begründung./ag/fbr

(AWP)