Aktien Frankfurt Ausblick: Zäher Start im Dax erwartet - Wenig neue Impulse

Nach dem robusten Wochenstart mangelt es dem Dax am Dienstag zunächst an weiteren Impulsen. Der deutsche Leitindex wird am Morgen zunächst nahezu unverändert erwartet. Der X-Dax signalisierte rund eine Stunde vor Handelsstart den Leitindex mit plus 0,02 Prozent bei 11 660 Punkten. Der Dax pendelt derzeit um seine 200-Tage-Linie. Dieser Gradmesser für den längerfristigen Trend läuft seit Monaten seitwärts. Auch in Europa deutet sich wenig Bewegung an - der EuroStoxx 50 wird um 0,1 Prozent niedriger erwartet.
27.08.2019 08:16

Anleger stehen aktuell vor einer Gemengelage politischer und konjunkturpolitischer Themen wie dem Handelskrieg zwischen den USA und China, der Regierungskrise in Italien und dem Brexit, die je nach Eskalationsstufe die Schwankungen im Dax beeinflussen.

Den Schock durch die jüngste Eskalation im Handelskrieg haben die Anleger recht gut weggesteckt. Dabei half, dass die USA und China nach dem unfreundlichen Tenor vom Freitag tags zuvor bereits wieder Gesprächsbereitschaft signalisierten. Die Wall Street holte daraufhin zumindest einen Teil ihrer deutlichen Kursverluste wieder auf und auch Asiens Börsen legten am Dienstagmorgen zu.

In Italien, wo die Suche nach einer neuen Regierung in die entscheidende Phase geht, laufe derzeit alles auf den Wunsch der Börsianer hinaus, schrieb Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Staatspräsident Sergio Mattarella empfängt in Rom alle parlamentarischen Gruppen, um die Möglichkeiten für eine alternative Regierung aus populistischer Fünf-Sterne-Bewegung und Sozialdemokraten (PD) auszuloten. Die Investoren wünschten sich diese Koalition, so Altmann. "Gerade in der Phase, in der der Haushalt für das Jahr 2020 aufgestellt und mit der EU abgestimmt werden muss, kann sich Italien keinen politischen Stillstand leisten. Neuwahlen möchte auf dem Börsenparkett aktuell ohnehin niemand."

Während die vorbörslich veröffentlichten Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) aus Deutschland noch einmal verdeutlichten, dass auch die hiesige Volkswirtschaft unter dem Handelskrieg leidet - die deutsche Wirtschaft schrumpfte im zweiten Quartal - bleibt es am Morgen auf Unternehmensseite zunächst denkbar still. Die Investoren dürften sich daher vor allem auf frisches Analysematerial stützen.

So macht etwa die britische Investmentbank Barclays den Anlegern die Eon -Aktien mit einer Kaufempfehlung schmackhaft. Analyst Peter Crampton argumentiert, dass der künftig durch den Deal mit dem Konkurrenten RWE entstehende Energiekonzern mit Blick auf das Ergebnis- und Dividendenpotenzial unterbewertet sei. Gleichzeitig strichen die Barclays-Experten ihre Verkaufsempfehlung für die Noch-RWE-Tochter Innogy und hoben den europäischen Versorgersektor auf "positiv".

Einen Blick sollten die Anleger zudem auf den IT-Dienstleister Cancom werfen. Das Unternehmen steigt zum 29. August vom SDax in den MDax auf. Das Stühlerücken wird notwendig, weil der Streubesitz beim Medienkonzern Axel Springer nach der erfolgreichen Übernahmeofferte des Finanzinvestors KKR unter zehn Prozent gesunken ist und die Aktie aus dem Mittelwerteindex MDax herausfällt. Auf den freigewordenen Platz im Nebenwerteindex SDax rückt wiederum der Immobilienentwickler Instone Real Estate nach.

Wichtig sind Index-Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes exakt nachbilden (ETFs). Dort muss dann entsprechend umgeschichtet und umgewichtet werden, was in der Regel Einfluss auf die Aktienkurse hat./tav/jha/

(AWP)

 
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