Aktien Frankfurt Ausblick: Zunächst wenig Bewegung vor US-Arbeitsmarktbericht

Dem Dax winkt nach den jüngsten Turbulenzen am Freitag zunächst ruhiges Fahrwasser. Später könnte allerdings der monatliche US-Arbeitsmarktbericht für Bewegung sorgen. Marktstratege Thomas Meissner von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sprach von einem "spannungsgeladenen Wochenausklang".
05.10.2018 08:20

Der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex signalisierte eine Stunde vor Handelsbeginn mit 12 246 Punkten einen fast unveränderten Start. Auf Wochensicht würde der Dax damit ebenfalls auf der Stelle treten. Beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zeichnet sich am Freitag ebenfalls ein wenig bewegter Auftakt ab.

Sollte die US-Privatwirtschaft ohne die Landwirtschaft im September mehr als 200 000 neue Stellen geschaffen haben, drohten den US-Staatsanleihen weitere Verluste, befürchtet LBBW-Experte Meissner. In den vergangenen Tagen waren deren Kurse wegen starker amerikanischer Konjunkturdaten und Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell deutlich unter Druck geraten. Anleger hatten sie als Zeichen einer möglicherweise schnelleren Straffung der Geldpolitik als gemeinhin erwartet interpretiert. Die Renditen der festverzinslichen Wertpapiere waren daraufhin auf den höchsten Stand seit Jahren geklettert. Höhere Renditen könnten die Attraktivität von Aktien aber schmälern.

Experte Ulrich Wortberg von der Landesbank Helaba hob derweil die US-Stundenlöhne als entscheidend für die Entwicklung der Zinserwartungen hervor. Sie seien zuletzt stärker als erwartet gestiegen.

Am deutschen Aktienmarkt droht mit Stratec Biomedical einem Wert aus den hinteren Börsenreihen ein herbes Minus: Auf der Handelsplattform Tradegate sackten die Aktien im Vergleich zum Xetra-Schluss um über 15 Prozent ab, nachdem der Laborgerätehersteller seine Aktionäre mit gesenkten Jahreszielen verschreckt hatte.

Bei Scout24 stand ein Minus von knapp drei Prozent zu Buche, nachdem die britische Investmentbank HSBC ihre Kaufempfehlung für die Aktie gestrichen hatte. Die eventuell drohende Ausweitung des sogenannten Bestellerprinzips beim Immobilienkauf gefährde das Geschäftsmodell der Immobilienmakler und steigere die Unsicherheit der Anleger des Internetportal-Betreibers mit seiner Immobilienanzeigen-Sparte, schrieb Analyst Christopher Johnen./gl/mis

(AWP)