Aktien Frankfurt Eröffnung: 13 000 Punkte bleiben für den Dax eine Hürde

Der Dax ist am Mittwoch nach einem leicht schwächeren Handelsstart ins Plus gedreht. Der Kampf um die Hürde von 13 000 Punkten setzt sich damit fort. Nach dem kurzen Ausflug über die runde Marke am Vortag bremsen zur Wochenmitte zwar die steigende Zahl an Corona-Neuinfektionen und der starke Euro, doch auch Schnäppchenjäger sind weiter aktiv.
19.08.2020 09:53

Im frühen Handel zeigte sich der deutsche Leitindex zuletzt mit plus 0,03 Prozent auf 12 886,16 Punkte stabil. Der MDax sank um 0,05 Prozent auf 27 299,334 Punkte. Der EuroStoxx 50 , der Leitindex der Eurozone, trat mit plus 0,03 Prozent auf 3290,67 Zähler auf der Stelle.

Das Robert Koch-Institut registrierte in Deutschland die höchste Zahl an Neuinfektionen seit mehr als drei Monaten. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 1510 neue Fälle. Darüber hinaus könnten Aktien exportabhängiger Unternehmen belastet werden, da sich der starke Euro zunehmend der nächsten runden Marke von 1,20 Dollar nähert.

Dass sich der Dax am Dienstag - wie bereits in der vergangenen Woche - nicht über dem Niveau von 13 000 Punkten habe halten können, "drückt auf die Stimmung", sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Er sprach zugleich von einer "zunehmenden Nervosität", was allerdings auch saisonale Gründe habe. Der August gelte als schwacher Börsenmonat mit geringen Handelsumsätzen und damit als anfällig für starke Schwankungen.

Hinzu kommt, dass die USA geplante Gespräche mit China zur Überprüfung der erzielten Fortschritte seit dem Abschluss eines Teilhandelsabkommens im Januar bis auf Weiteres abgesagt haben, wie US-Präsident Donald Trump sagte. Und auch die Brexit-Gespräche stecken fest: Knapp viereinhalb Monate vor Ablauf der Frist schwinden die Hoffnungen, auf einen umfassenden Vertrag zwischen Grossbritannien und der Europäischen Union.

Im Fokus unter den 30 Dax-Konzernen stand die Aktie von RWE mit minus 4,4 Prozent auf 32,75 Euro. Der Stromkonzern hatte am Vorabend per Kapitalerhöhung zwei Milliarden Euro brutto eingenommen und will so seine zugleich höher gesteckten Investitionsziele finanzieren. Die neuen Aktien waren mit einem Abschlag auf den Schlusskurs zu 32,55 Euro je Stück verkauft worden. Analysten sprachen von einem unerwarteten Schritt des Versorgers, der jedoch neue Möglichkeiten in der Expansion im Bereich der Erneuerbaren Energien eröffne. Die aufpolierte Bilanz gebe mehr Spielraum für Wachstum und mehr Flexibilität.

Von Konsolidierungsfantasien in der Branche wurde der Anteilsschein von Encavis angetrieben. Das Papier des Stromanbieters aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien legte im SDax um 1,6 Prozent zu.

Um 2,2 Prozent ging es dort zugleich für den von der Corona-Krise schwer getroffenen Motorenhersteller Deutz nach oben. Dieser einigte sich mit dem Betriebsrat auf einen sozialverträglichen Personalabbau von zunächst 350 Mitarbeitern. Insgesamt sollen bis zu 1000 Stellen weltweit bis 2022 wegfallen. Dass Deutz sparen wolle, sei aber nicht neu, erinnerte ein Händler an die jüngsten Aussagen zur Zahlenvorlage.

Ein neues Rekordhoch erreichte zudem die Aktie des erst im Juni in den SDax aufgestiegenen Personalmanagementsoftware-Unternehmens Atoss bei 134,50 Euro. Zuletzt notierte sie mit plus 2,7 Prozent wieder einen Euro darunter./ck/jha/

(AWP)