Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax behält 13 000 Punkte im Blick

Der Dax hat seinen Kursrutsch vor dem Wochenende am Montag mit Gewinnen gekontert. Der Leitindex stieg im frühen Handel um 1,05 Prozent auf 12 978,13 Punkte und behielt so die seit Wochen umkämpfte Marke von 13 000 Punkten in Reichweite. Der MDax legte 1,37 Prozent auf 27 269,22 Zähler zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx stieg um 0,8 Prozent.
07.09.2020 09:41

Den Experten der Postbank zufolge gibt es Argumente dafür, dass der jüngste Kursrutsch eher eine Korrektur war. "Im Bullenmarkt geht es mit der Rolltreppe nach oben und im Aufzug nach unten", fand Anlagestratege Ulrich Stephan eine Begründung für die Rasanz, in der Ende der Vorwoche vor allem die heiss gelaufenen US-Technologiewerte gefallen waren.

"Es gibt jedoch wie immer Hoffnung: Die letzte Nasdaq-Korrektur mit zehn Prozent Verlust wurde Anfang Juni in gut 24 Stunden absolviert, danach ging es mit der Rolltreppe wieder nach oben", blickt Stephan ermutigt voraus. Neue Impulse von US-Börsen bleiben zum Wochenauftakt aber zunächst aus, weil in den USA wegen eines Feiertags nicht gehandelt wird.

Laut dem Chartanalysten Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel hat der Dax am Freitag bereits die Basis für einen stabilen Wochenauftakt geschaffen, indem er eine wichtige Unterstützungsmarke bei 12 800 Punkten letztlich gehalten hat. Chinesische Aussenhandelsdaten mit gestiegenen Ausfuhren aber gesunkenen Importen waren ihm auf dem Weg zurück nach oben kein eindeutiger Kurstreiber.

Auf Unternehmensseite lohnte sich am Montag nochmals ein Blick auf die anstehenden Index-Umbesetzungen. Die Deutsche Börse korrigierte ihre Meldung vom Donnerstag und nannte nun statt der Aareal Bank den Startup-Entwickler Rocket Internet als Absteiger aus dem MDax . Alle anderen Ankündigungen vom vergangenen Donnerstag blieben jedoch gültig. Die Aareal-Aktien profitierten vom überraschenden Klassenerhalt, indem sie im MDax um 2,6 Prozent anzogen. Die Rocket-Papiere dagegen traten auf der Stelle und gingen so die Erholung nicht mit.

Im Dax waren die Volkswagen -Aktien vorbörslich mit 2,7 Prozent der grösste ein Gewinner. Als Treiber galt hier, dass Betriebsratschef Bernd Osterloh in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" sagte, die Wolfsburger kämen beim Bau von E-Autos schneller voran als geplant. Händler werteten solche Aussagen im Kampf gegen den Siegeszug von Tesla als gut für die Stimmung.

Ansonsten machten sich vor allem Analystenstimmen bemerkbar: Die Papiere der Software AG wurden an der MDax-Spitze 3,8 Prozent höher gehandelt. Hier half die allgemeine Markterholung, die sich im Tech-Sektor besonders zeigte, aber auch eine Kaufempfehlung des Bankhauses Metzler. Analyst Holger Schmidt lobte dabei die erfolgreiche Strategie des Softwareherstellers.

Die Papiere von Hannover Rück stiegen ferner im MDax um 1,7 Prozent. Analyst Ashik Musaddi von JPMorgan hatte die Papiere auf "Overweight" hochgestuft. Er lobte die Kombination aus Ergebnisstabilität, Bilanzqualität und langfristigem Wachstum des Rückversicherers.

Im Dax jedoch wurde HeidelbergCement davon gebremst, dass die Societe Generale ihre bisherige Kaufempfehlung aufgab. Die Papiere waren im Leitindex mit minus 0,4 Prozent der grösste unter nur drei Verlierern. Analyst Xavier Marchand warnte die Anleger vor einem möglicherweise enttäuschenden Kapitalmarkttag des Zementkonzerns./tih/zb

(AWP)