Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax bleibt unter Druck - Schwache Autowerte

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt sind angesichts der Sorgen um die deutschen Autobauer erst einmal vorsichtig geblieben. In der ersten Stunde nach dem Börsenstart verlor der deutsche Leitindex Dax weitere 0,36 Prozent auf 12 195,43 Punkte.
24.07.2017 10:07

Der MDax der mittelgrossen deutschen Unternehmen büsste 0,28 Prozent auf 24 486,98 Punkte ein. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,58 Prozent auf 2261,57 Zähler runter. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,21 Prozent.

Die Berichtssaison nimmt in dieser Woche Fahrt auf. Zum Wochenstart dürften von ihr aber noch wenig Impulse ausgehen. Mit den Einkaufsmanager-Indizes für Deutschland für die Industrie und die Dienstleistungen gab es dafür bereits wichtige Konjunkturdaten. Die Indizes gaben zwar nach, doch laut den Volkswirten der Helaba bleibt das Wachstumsszenario intakt, denn die Werte lägen weiter deutlich im Expansionsbereich. In Frankreich legte der Index für die Industrie sogar zu.

'ABGABEDRUCK KÖNNTE ANDAUERN'

In der vergangenen Woche hatte ein starker Anstieg des Euro zum US-Dollar bereits die Stimmung unter den Aktien-Anlegern getrübt. Der Dax hatte auf Wochensicht mehr als 3 Prozent verloren. Trotz der deutlichen Verluste sei das heimische Börsenbarometer derzeit aber noch nicht überverkauft, konstatieren die Experten von IG Markets. Der Abgabedruck könnte daher durchaus noch eine Weile andauern. Ein starker Euro kann zur Belastung für die Exportindustrie werden. Am Montagmorgen kostete die Gemeinschaftswährung zuletzt 1,1644 US-Dollar, nachdem sie in der Nacht bis auf 1,1684 Dollar gestiegen war.

Die Blicke schweifen zur Wochenmitte dann gen Amerika, wo die US-Notenbank Fed am Mittwoch ihren Zinsentscheid verkünden wird. Ein Zinsschritt wird zwar nicht erwartet, aber Aussagen zum Beginn des Abbaus ihrer im Zuge der Billiggeldpolitik aufgeblähten Bilanz sind möglich.

AUTOWERTE IM ABWÄRTSSOG

Gesprächsthema am Markt bleibt der Kartellverdacht bei den deutschen Autobauern, deren Aktien an ihren Abwärtstrend vom Freitag anknüpften. Der "Spiegel" hatte am Freitag über den Verdacht jahrelanger illegaler Absprachen zu Lasten von Verbrauchern und Zulieferern berichtet. Deutsche Autowerte waren daraufhin unter Druck geraten. Am Montag sackten die Anteile der im Dax notierten Hersteller Volkswagen , BMW und Daimler als schwächste Index-Vertreter um bis zu dreieinhalb Prozent ab.

Den Morphosys-Papieren setzte der Rückschlag bei einem Wirkstoff auch am Montag weiter kräftig zu, nachdem sie deswegen bereits am Freitag nach Börsenschluss abgesackt waren. Zuletzt verloren sie fast dreieinhalb Prozent. Der Wirkstoff Anetumab Ravtansine hatte in einer Phase 2-Studie sein primäres Studienziel verfehlt, wie Morphosys und der Partner Bayer am Freitag mitgeteilt hatten. Die Substanz wurde von Bayer entwickelt und enthält einen Antikörper, der mit Hilfe von Morphosys' Technologie erzeugt wurde. Bayer-Anteile gaben am Montag lediglich um 0,32 Prozent nach.

ROCKET AM SDAX-ENDE

Die Aktien der Start-up-Schmiede Rocket Internet litten am SDax-Ende mit einem Minus von mehr als 5 Prozent unter einem negativen Analystenkommentar. Die Investmentbank Barclays hatte die notierten Papiere von "Overweight" auf "Equal Weight" abgestuft und das Kursziel von 24,15 auf 22,00 Euro gesenkt. Den Aktien mangele es derzeit an positiven Impulsen, hiess es./ajx/fbr

(AWP)