Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax etwas erholt - Briten-Wahl, EZB im Fokus

Der Dax hat sich am Donnerstag vor der britischen Parlamentswahl und Hinweisen zur Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) etwas erholt. Die Schwankungen am Aktienmarkt dürften vor den am Nachmittag erwarteten Ankündigungen der Notenbank aber gering bleiben, kommentierte Analyst Milan Cutkovic von AxiTrader.
08.06.2017 10:05

In der ersten Stunde rückte der deutsche Leitindex um 0,14 Prozent auf 12 690,67 Punkte vor. Der MDax der mittelgrossen Unternehmen sank indes um 0,14 Prozent auf 25 211,65 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,30 Prozent nach unten auf 2296,38 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 tendierte fast unverändert.

Nach seinem Rekordhoch Ende letzter Woche bei 12 878 Punkten hatte der Dax in der laufenden Woche mit der Unterstützung um 12 700 Zähler gerungen. Laut Anlagestratege Christoph Geyer von der Commerzbank haben die Marktteilnehmer aber Angst, bei einem nächsten Aufwärtsschub nicht dabei zu sein. Deswegen falle der Dax derzeit nicht weiter zurück. Neben der anstehenden britischen Wahl hatten zuletzt die politische Unsicherheit in den USA wegen der Anhörung des gefeuerten FBI-Chefs James Comey, die Krise in Nahost sowie ein Ölpreisrutsch die Anleger verunsichert.

VERSORGER MIT WEITEREM AUFTRIEB

Fast ausschliesslich positive Expertenkommentare gaben den Aktien von RWE und Eon weiteren Auftrieb mit plus 0,4 beziehungsweise 0,9 Prozent, nachdem sie bereits am Vortag angesichts der vom Bundesverfassungsgericht gekippten Brennelementesteuer um jeweils mehr als 5 Prozent nach oben geschnellt waren. Nun hoben gleich mehrere Analysten ihre Kursziele für die beiden Versorger an. Goldman und die Deutsche Bank empfahlen zudem die RWE-Papiere zum Kauf, die Societe Generale die Eon-Aktien.

Für die Anteile von Thyssenkrupp ging es an der Dax-Spitze nach einer positiven Äusserung der Schweizer Bank Credit Suisse um fast 2 Prozent aufwärts. Mit dem Wandel zum reinen Industriekonzern hätten die Essener die Chance auf eine revolutionäre Entwicklung, schrieb Analyst Michael Shillaker in einer aktuellen Studie. Damit winke eine deutliche Neubewertung. Der erste Schritt in diese Richtung sei der Abschluss des Verkaufs des brasilianischen Stahlwerks. Dann sollte der Zusammenschluss des europäischen Stahlgeschäfts mit dem von Tata gelingen - mit der Möglichkeit eines anschliessenden Börsengangs.

Im MDax reagierten die Papiere des Online-Modehändlers Zalando mit plus 0,5 Prozent auf starke Quartalszahlen und eine erhöhte Umsatzprognose des britischen Konkurrenten Boohoo. Im TecDax verloren die Anteile von Carl Zeiss Meditec nach einer Verkaufsempfehlung der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) mehr als 1 Prozent.

ROCKET SCHWACH, HEIDELDRUCK SEHR FEST

Der Ausstieg des langjährigen Grossaktionärs Kinnevik bei Rocket Internet drückte die Aktien der Berliner Start-Up-Schmiede im SDax mit mehr als 2 Prozent ins Minus. Die Beteiligungsgesellschaft trennte sich von 10,9 Millionen Rocket-Aktien zum Stückpreis von 20 Euro. Da die Haltefrist nach der letzten Veräusserung jüngst abgelaufen sei, habe der Schritt eigentlich nicht sonderlich überrascht, sagte ein Händler. Dennoch sei die Platzierung natürlich eine Belastung.

Die Aktien von Heidelberger Druck gewannen hingegen nach der Vorstellung einer neuen Wachstumsstrategie an der SDax-Spitze mehr als 4 Prozent. Der Druckmaschinenbauer will weiter durch technologischen Vorsprung und den digitalen Wandel punkten. Bekannt gegeben wurde ferner der Kauf des Europageschäfts mit Lacken und Druckchemikalien von Fujifilm./ajx/ag

(AWP)