Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax gönnt sich Atempause

Nach seiner jüngsten Rekordfahrt ist der Dax am Montag mangels frischer Impulse von der Wall Street und den Börsen Asiens zunächst kaum vom Fleck gekommen. Zuletzt notierte der Leitindex 0,17 Prozent tiefer bei 13 456,31 Punkten. Am Freitag hatte das Börsenbarometer mit 13 505 Punkten ein weiteres Rekordhoch erreicht und war auf Wochensicht um rund 2 Prozent gestiegen.
06.11.2017 10:03

Für den MDax , in dem die Aktien mittelgrosser deutscher Konzerne vertreten sind, ging es am Montag um 0,16 Prozent auf 26 918,72 Punkte abwärts. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann hingegen zuletzt 0,18 Prozent auf 2581,82 Zähler. Im frühen Handel war er auf den höchsten Stand seit Februar 2011 gestiegen. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel derweil um 0,42 Prozent.

Unter den Einzelwerten standen die Aktien der Deutschen Telekom nach der geplatzten Fusion der Tochter T-Mobile US mit dem Wettbewerber Sprint im Anlegerfokus. Die T-Aktie fiel auf den tiefsten Stand seit rund sechs Wochen und notierte als Dax-Schlusslicht zuletzt 3,0 Prozent tiefer. Anleger hatten sich viel erhofft und zuletzt teils auf einen lukrativen Deal für die Bonner gesetzt. Das Scheitern der Gespräche sei eine Enttäuschung, erklärte Analyst Akhil Dattani von der US-Bank JPMorgan. Allerdings könnten die Verhandlungen zu einem späteren Zeitpunkt durchaus wieder aufgenommen werden.

Übernahmespekulationen in der US-Halbleiterbranche beflügelten hingegen die Aktien der beiden grössten deutschen Chipwerte Infineon und Dialog . Die Infineon-Papiere gewannen zuletzt 1,1 Prozent an Wert, die Anteilsscheine von Dialog verteuerten sich um 1,0 Prozent. Medien zufolge bahnt sich die bislang grösste Übernahme in der Chip-Branche an: Broadcom prüft demnach die Übernahme des zuletzt problembehafteten Rivalen Qualcomm für rund 100 Milliarden US-Dollar. Ein Händler wertete die Nachrichten als sehr positiv für den Sektor.

Adidas-Titel fielen nach einer Abstufung durch das Analysehaus Pivotal Research um 1,4 Prozent. Analyst Mitch Kummetz traut dem Sportartikelhersteller in den USA keine ganz so schwungvolle Entwicklung mehr zu als zunächst gedacht und kassierte seine Kaufempfehlung. Die Papiere hatten am Freitag mit 187 Euro geschlossen und damit rund 7,5 Prozent unter ihrer Bestmarke von 202,10 Euro vom August. Im bisherigen Jahresverlauf summiert sich ihr Plus aber immer noch auf fast ein Viertel.

Aktien der Gea Group verbilligten sich am MDax-Ende um 2,3 Prozent. Die US-Bank JPMorgan hatte die Papiere des Anlagenbauers von "Overweight" auf "Neutral" abgestuft. Gea habe im dritten Quartal erneut enttäuscht, schrieb Analyst Glen Liddy und reduzierte seine Gewinnschätzungen für 2017.

Im TecDax gehörten die Xing-Aktien mit einem Minus von 0,5 Prozent zu den schwächeren Werten. Allerdings waren sie seit Jahresbeginn bereits um rund 50 Prozent gestiegen. Ein Händler kommentierte die aktuellen Verluste mit der alten Börsenweisheit "sell on good news". Das Karriere-Netzwerk hat das erste Geschäftsquartal dank gestiegener Nutzerzahlen und neuer Produkte mit einem kräftigen Umsatzsprung beendet./edh/jha/

(AWP)