Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax im Abwärtssog - aber Adidas glänzt

Negative Vorgaben von den Übersee-Märkten haben auch den Dax am Freitag weiter nach unten gezogen. In Japan gab es ebenso Verluste wie am Vorabend an der Technologiebörse in New York. Der deutsche Leitindex sank in der ersten Handelsstunde um 0,61 Prozent auf 12 137,14 Punkte. Die Hoffnung auf eine Erholung in Richtung 13 000 Punkte habe sich damit zunächst endgültig zerschlagen, kommentierte Analyst Milan Cutkovic von AxiTrader. Vielmehr müsse kurzfristig damit gerechnet werden, dass das Barometer die andere runde Marke, und zwar die bei 12 000 Punkten, testen werde.
28.07.2017 10:04

Der MDax für die mittelgrossen Werte gab um 0,63 Prozent auf 24 704.19 Punkte nach. Der Technologiewerte-Index TecDax rutschte gar um 1,31 Prozent ab auf 2253,42 Zähler und reagierte damit wohl auch auf die jüngsten Verluste an der Nasdaq in New York. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,82 Prozent. Konjunkturseitig liegt das Augenmerk am frühen Nachmittag auf den Daten zum Wirtschaftswachstum der USA im zweiten Quartal.

ADIDAS WEITER IN TOP-FORM

Am Vortag hatten ein starker Euro und überwiegend schwache Quartalszahlen dem deutschen Aktienmarkt bereits zugesetzt. Quartalszahlen bewegen zum Wochenausklang erneut, insbesondere die von Adidas . Der Sportartikelhersteller hatte am Vorabend nach Börsenschluss starke Kennziffern veröffentlicht und den Ausblick auf das Gesamtjahr angehoben.

Die Adidas-Papiere schnellten am Freitagmorgen auf ein Rekordhoch bei 191,45 Euro und standen zuletzt mit plus 7,91 Prozent knapp darunter. Damit waren sie neben den moderat steigenden Anteilen der Lufthansa und der Deutschen Bank der einzige Gewinner im Dax. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hob als Reaktion auf die erhöhte Prognose der Herzogenauracher das Kursziel von 204 auf 225 Euro an.

Neben Adidas veröffentlichte aus dem Dax auch der Industriegase- und Anlagenhersteller Linde Geschäftszahlen. Das operative Ergebnis habe nur wegen eines Sondereffekts über den Erwartungen gelegen, schrieb Bernstein-Analyst Jeremy Redenius in einer aktuellen Studie. Mit Blick auf das Wachstum und die Gewinnmargen sieht er weiterhin Herausforderungen. Die Linde-Aktien gaben zuletzt um rund eineinhalb Prozent nach.

BÖRSIANER BEMÄNGELN NEMETSCHEK-AUSBLICK

Im TecDax sackten die Anteile von Nemetschek nach Quartalszahlen um mehr als fünfeinhalb Prozent ab. Marktteilnehmer hatten sich von der Ergebnisprognose des Bausoftware-Anbieters für das Gesamtjahr mehr erhofft.

Der Triebwerkhersteller MTU hob seine Umsatzprognose an und konkretisierte den Ergebnisausblick. Im ersten Halbjahr bekam der MDax-Konzern weiteren Rückenwind von einem starken Wartungsgeschäft. Den Aktien nutze dies mit einem Minus von mehr als 1 Prozent jedoch nichts. Degen profitieren die Titel von Wacker Chemie mit plus eineinhalb Prozent von einer Anhebung der Jahresergebnis-Prognose nach einem robusten Quartal./ajx/fbr

(AWP)