Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax im Rückwärtsgang

Am deutschen Aktienmarkt sind die Blicke am Freitag nach unten gerichtet. Der Dax knüpfte zu Wochenschluss an seine Verluste vom Donnerstag an und fiel gegen Ende der ersten Handelsstunde um 0,71 Prozent auf 12 116,73 Punkte. Neben der Terrorangst nach dem Anschlag in Barcelona wirkte sich dabei auch die Unsicherheit um die Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump belastend aus.
18.08.2017 10:00

Die dreitägige Erholungsrally, die den Leitindex bis Mittwoch noch an die 12 300 Punkte herangeführt hatte, liegt damit vorerst wieder bei den Akten. Die negative Richtung wird von der Wall Street vorgegeben, wo der Leitindex Dow Jones Industrial am Vorabend den grössten Tagesverlust seit drei Monaten erlitten hat. "Das Vertrauen scheint allmählich zu schwinden", schrieb der Analyst Michael Hewson von CMC Markets mit Blick auf die Politik von Trump. Investoren stellten sich die Frage, ob er überhaupt noch etwas von dem erreicht, was er einst angekündigt hatte.

Auch die Indexkollegen des Dax waren auf Talfahrt. Für den MDax der mittelgrossen deutschen Werte ging es um 0,59 Prozent auf 24 753,71 Punkte bergab, und der Technologiewerte-Index TecDax büsste 0,97 Prozent auf 2248,15 Zähler ein. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um nahezu 1 Prozent nach.

REISEBRANCHE LEIDET UNTER TERRORANGST

Unternehmensmeldungen blieben am Freitag rar. Im Dax kamen die Lufthansa-Aktien deutlich mit 1,72 Prozent unter Druck. Der Terroranschlag hinterliess europaweit in der Reise- und Freizeitbranche seine Spuren. "Barcelona ist eines der beliebtesten Reiseziele Europas. Der Anschlag erinnert fatal an den in Nizza vor einem Jahr", sagte ein Händler. Mit Anschlägen in stark besuchten Touristenzentren versuchten die Attentäter gezielt, für Schrecken zu sorgen.

Deutlich nach unten ging es europaweit ausserdem im Finanzsektor, der am Vortag schon zur Schwäche geneigt hatte. Die Aktie der Deutschen Bank fiel um weitere 1,63 Prozent und jene der Commerzbank um 0,75 Prozent. Händler verwiesen darauf, dass der Sektor in einem unsicheren Marktumfeld besonders leide. Auch sorge man sich vermehrt um das Versprechen von Trump, in den USA für gelockerte Finanzmarktregeln zu sorgen.

STADA KLETTERN IM MDAX

Ansonsten zog die Stada-Aktie wegen des Übernahmeangebots der Finanzinvestoren Bain und Cinven weiter die Aufmerksamkeit auf sich. Eine Kreise-Meldung, wonach Grossaktionär Paul Singer vor dem Fristablauf seine Zustimmung signalisiert haben soll, trieb die Aktien an der Max-Spitze um 1,84 Prozent nach oben. Noch bleibt aber unklar, ob der zweite Anlauf von Erfolg gekrönt ist.

Ansonsten gab es im MDax noch eine Analystenstimme, die sich kursbewegend auswirkte. Die Aktien des Versicherungskonzerns Talanx stiegen nach einem optimistischen Kommentar von JPMorgan gegen den schwachen Markt um ein halbes Prozent.

VTG UND BERTRANDT UNTER DRUCK

Unter den Kleinwerten im SDax begaben sich VTG mit 3,25 Prozent auf Talfahrt, nachdem der Waggonvermieter und Logistikdienstleister mit seiner angepassten Gewinnprognose enttäuschte. Bertrandt-Aktien sanken dort sogar um runde 4 Prozent, was am Markt mit einer gestrichenen Kaufempfehlung von Warburg Research begründet wurde./tih

(AWP)