Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax rutscht wieder etwas ab - Impulse fehlen

Nach dem robusten Wochenstart ist dem deutschen Aktienmarkt am Dienstag zunächst der Elan ausgegangen. Der Dax rutschte im frühen Handel mangels Impulsen um 0,30 Prozent auf 11 623,64 Punkte ab. Für den MDax ging es etwa zeitgleich um 0,16 Prozent auf 24 960,35 Zähler herunter. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gab um 0,37 Prozent auf 3336,52 Punkte nach.
27.08.2019 09:43

Anleger stehen aktuell vor einer Gemengelage politischer und konjunktureller Themen wie dem Handelskrieg zwischen den USA und China, der Regierungskrise in Italien und dem Brexit, die je nach Eskalationsstufe die täglichen Schwankungen im Dax beeinflussen.

Den Schock durch die jüngste Eskalation im Handelskrieg hatten die Investoren zum Wochenstart recht gut weggesteckt. Dabei half, dass die USA und China nach dem unfreundlichen Tenor vom Freitag tags zuvor bereits wieder Gesprächsbereitschaft signalisierten. Die Wall Street holte daraufhin zumindest einen Teil ihrer deutlichen Kursverluste wieder auf und auch Asiens Börsen legten am Dienstagmorgen zu.

Solange sich aber Eskalation und Entspannung im Handelsstreit im Wochentakt abwechselten, dürfte auch die Börse keinen klaren Trend finden, glaubt Marktbeobachter Milan Cutkovic von Axitrader. Der Dax pendelt derzeit um seine 200-Tage-Linie. Dieser Gradmesser für den längerfristigen Trend läuft seit Monaten seitwärts.

Während sich in Deutschland zuletzt die Anzeichen für eine Rezession verdichteten - auch hier belastet der Handelsstreit - geht in Italien die Regierungssuche in die entscheidende Phase. Staatspräsident Sergio Mattarella empfängt in Rom alle parlamentarischen Gruppen, um die Möglichkeiten für eine alternative Regierung aus populistischer Fünf-Sterne-Bewegung und Sozialdemokraten (PD) auszuloten. Die Investoren wünschten sich diese Koalition, schrieb Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. "Neuwahlen möchte auf dem Börsenparkett aktuell ohnehin niemand."

Im Dax sicherten sich Eon -Aktien mit einem Zuwachs von mehr als eineinhalb Prozent einen Platz unter den Index-Favoriten - die Papiere profitierten von einer Kaufempfehlung durch die britische Investmentbank Barclays. Analyst Peter Crampton argumentiert, dass die Papiere im Vergleich zum aktuellen Anlegerliebling RWE zu Unrecht links liegen gelassen würden. Immerhin ignorierten die Investoren damit nicht nur die aktuelle Lage, sondern auch das Gewinn- und Dividendenpotenzial aus dem Innogy -Deal ab 2022. Auch RWE- und Innogy-Papiere verteuerten sich nach dem Kommentar um jeweils rund ein Prozent.

Immobilienwerte erholten sich über alle Indizes hinweg nahezu ausnahmslos von ihren Vortagesverlusten - die Branche hatte zum Wochenstart unter den Planspielen in Berlin zum Mietendeckel gelitten. Vonovia rückten als Dax-Sieger zuletzt um 1,75 Prozent vor, Deutsche Wohnen führten den MDax mit knapp drei Prozent Plus an.

Im SDax waren Cancom -Papiere mit einem Kursplus von mehr als eineinhalb Prozent gefragt - der IT-Dienstleister rückt zum 29. August in den MDax auf und ersetzt dort den vor der Übernahme durch den Finanzinvestor KKR stehenden Medienkonzern Axel Springer . Die freiwerdende Lücke im Nebenwerteindex schliesst Instone Real Estate , die Aktien des Immobilienentwicklers verteuerten sich um gut zweieinhalb Prozent./tav/jha/

(AWP)

 
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