Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax trotz Rekord weiter unter 13 000 Punkten

Der Dax hat sich am Montagmorgen erneut sehr dicht der Hürde von 13 000 Punkten genähert und ein weiteres Rekordhoch markiert. Auftrieb kam von Daten zur Industrieproduktion, nachdem das verarbeitende Gewerbe in Deutschland seine Produktion im August deutlich stärker als erwartet ausgeweitet hatte.
09.10.2017 09:48

Der Leitindex stieg im frühen Handel dicht unter 12 997 Punkte und legte zuletzt dann um 0,24 Prozent auf 12 987,24 Punkte zu. Seit seinem Zwischentief Ende August ging es damit um mehr als 9 Prozent nach oben. "Die Stimmung an den Aktienmärkten bleibt positiv", kommentierte Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader. Zeichen der Schwäche gebe es am deutschen Markt keine. "Der Index sollte zeitnah den wichtigen Widerstand bei 13 000 Punkten knacken. Eine Fortsetzung der Rally bis auf 13 200 Punkte dürfte dann sehr schnell folgen", ist er überzeugt.

Um 0,06 Prozent auf 2495,04 Punkte legte der Technologiewerte-Index TecDax am Montag zu, während der MDax für die mittelgrossen Werte um 0,24 Prozent auf 25 918,48 Punkte nachgab. Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 0,35 Prozent vor.

Aktuelle Daten aus China, wo sich die Stimmung unter den kleineren und privaten Dienstleistern im September wieder spübar eingetrübt hatte, konnten die gelassene Stimmung der Anleger ebensowenig dämpfen wie Neuigkeiten zu den Unabhängigkeitsbestrebungen der spanischen Region Katalonien. Allen Protesten zum Trotz hält Regionalregierungschef Carles Puigdemont an den Unabhängigkeitsplänen für Katalonien fest. Erwartet wird, dass er die Unabhängigkeit bei einer Rede am Dienstagabend im Parlament in Barcelona bekanntgeben könnte.

Unter den Einzelwerten im Dax standen die Papiere der Commerzbank nach einem Pressebericht im Blick und stiegen um 0,95 Prozent. Die französische Bank Credit Agricole ist im Falle eines Falles ebenfalls an der deutschen Branchenkollegin interessiert. Vorstandschef Philippe Brassac sagte dem "Handelsblatt" (Montag), er würde den Auftritt von Credit Agricole auf dem deutschen Markt gerne deutlich ausbauen und dabei auch einen Blick auf die Commerzbank werfen, sollte das Frankfurter Geldhaus tatsächlich als Übernahmeziel auf den Markt kommen. Zuvor waren bereits die italienische Unicredit und die französische BNP Paribas als mögliche Käufer ins Spiel gebracht worden.

Im MDax büssten die Aktien von K+S 3,42 Prozent ein und waren damit Schlusslicht. Der Düngerhersteller baut weiterhin auf seine Geschäftsfelder Kali und Salz und setzt sich ehrgeizige Wachstumsziele bis 2030. Diese sehen unter anderem ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 3 Milliarden Euro sowie eine Kapitalrendite von mindestens 15 Prozent vor. Analyst Jeremy Redenius vom US-Analysehaus Bernstein Research bezeichnete die neue Strategie als vernünftig, doch die kurzfristigen Unternehmensziele entsprächen bestenfalls den Markterwartungen. Ein Händler bemängelte zudem, dass die Kasseler auch im kommenden Jahr noch einen negativen Mittelzufluss erwarteten.

Airbus verloren 1,34 Prozent. Der Chef des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns, Tom Enders, schliesst laut einem der dpa vorliegenden Brief die Möglichkeit schwerwiegender Konsequenzen samt erheblicher Unternehmensstrafen nicht aus. Enders selbst steht dabei ausser Verdacht. Mehrere Händler verwiesen darauf, dass die Nachforschungen letztlich nicht neu seien, sondern nun die aktuelle Warnung von Enders. "Der Markt erwartet unserer Ansicht nach Strafen zwischen 0,5 und 1,0 Milliarde Euro, was plausibel erscheint", sagte einer von ihnen.

Uniper sanken um 0,32 Prozent. Der finnische Energieversorger Fortum will sein Übernahmeangebot für den aus dem Eon -Konzern abgespaltenen Kraftwerksbetreiber nicht erhöhen. "Wir werden definitiv nicht aufstocken", sagte Fortum-Chef Pekka Lundmark der "Rheinische Post" (Sonntag/Internetseite). "22 Euro ist und bleibt unser letztes Angebot. Wir werden sehen, wie viele Uniper-Aktionäre es annehmen." Fortum will Eon dessen 47-prozentigen Anteil an Uniper abkaufen./ck/jha/

(AWP)