Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax visiert 13 000-Hürde wieder an

Moderatere Töne in der Katalonien-Krise haben dem Dax am Mittwoch minimale Aufwärtsimpulse geliefert. Hinzu kommt Unterstützung von den Weltbörsen, nachdem die Rekordjagd in den USA am Vortag weitergegangen war und sich auch die Aktienmärkte in Asien und Australien überwiegend freundlich zeigten.
11.10.2017 09:39

Im frühen Handel legte der Leitindex um 0,11 Prozent auf 12 961,90 Punkte zu. Der MDax der mittelgrossen Werte stieg um 0,28 Prozent auf 25 890,83 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax kam mit plus 0,06 Prozent auf 2499,47 Punkte kaum vom Fleck, nachdem er tags zuvor einen neuen Höchststand seit Februar 2001 erreicht hatte. Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,09 Prozent.

In Spanien hatte der katalanische Präsident Carles Puigdemont in seiner mit Spannung erwarteten Rede am Vorabend zwar die Unabhängigkeit seiner Region von Spanien erklärt, sie aber gleich wieder ausgesetzt. Es soll wohl Zeit gewonnen werden, um den von der Zentralregierung in Madrid bisher verweigerten Dialog doch noch zu erzwingen. An diesem Nachmittag wird nun der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy in einer Rede reagieren.

Analyst Christian Schmidt von der Helaba bleibt - zumindest fundamental betrachtet - skeptisch, dass der Dax wieder richtig Fahrt aufnimmt und die Rekordschwelle von 13 000 Punkten rasch geknackt wird. "Es hat wohl eher die Angst vor der eigenen Courage die Oberhand gewonnen", kommentierte er. Seines Erachtens fehlen Kaufanreize, und dass diese mit der US-Berichtssaison geliefert würden, hält er auf Basis der Schätzungen für die Unternehmen für eher unwahrscheinlich. Charttechnisch dagegen ist er optimistischer und rechnet "in Kürze" mit einem richtungsentscheidenden Impuls, wobei er die Chancen eines Ausbruchs nach oben höher einschätzt als nach unten.

Unter den Einzelwerten im Dax waren die Aktien von BASF Schlusslicht mit minus 0,52 Prozent. Der Chemiekonzern hat über einen Monat hinweg ein belastetes Kunststoffgrundprodukt für Möbel und Matratzen ausgeliefert. Inzwischen wurde die Auslieferung gestoppt und die Kunden informiert.

Die Papiere des Verpackungsherstellers Gerresheimer sprangen im MDax um 4,51 Prozent hoch. Zwar bekam der Konzern auch im dritten Quartal die Zurückhaltung der US-Pharmaindustrie zu spüren, so dass Umsatz und Gewinn sanken, doch nun wird ein "gutes viertes Quartal" erwartet. Das Umsatzziel für das Geschäftsjahr 2016/17 (Ende November) von rund 1,4 Milliarden Euro sei allerdings aus derzeitiger Sicht eher schwer zu erreichen.

Gea als Spitzenwert im MDax gewannen 7,00 Prozent. Sie profitierten davon, dass der US-Investor Paul Singer, der Chef des Hedgefonds Elliott, nun einen Anteil am Spezialmaschinenbauer von etwas mehr als 3 Prozent besitzt.

An dritter Stelle im Index der mittelgrossen Unternehmen rückten die Südzucker-Papiere um 1,99 Prozent hoch. Der Bioethanolhersteller Cropenergies hatte zuvor seine Jahresprognosen erneut leicht angehoben, was den Aktien der Südzucker-Tochter ein Plus von 2,49 Prozent bescherte. Zudem erholten sich die Südzucker-Papiere etwas von ihrem fast fünfprozentigen Kursverlust am Vortag, als das Investmenthaus Davy Research seine Kaufempfehlung gestrichen hatte. Südzucker selbst wird an diesem Donnerstag seine Quartalsbilanz veröffentlichen./ck/jha/

(AWP)