Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax vor Fed-Entscheid wenig bewegt

Am deutschen Aktienmarkt heisst die Devise weiterhin Stillhalten: Wie schon in den vergangenen Tagen blieben viele Anleger auch am Mittwoch auf Tauchstation - sie warteten zunächst die womöglich richtungweisenden Aussagen der US-Notenbank Fed zu ihrem geldpolitischen Straffungskurs ab. Der deutsche Leitindex Dax schaffte es im frühen Handel mühsam in die Gewinnzone - zuletzt stand das Börsenbarometer mit plus 0,07 Prozent bei 12 570,52 Punkten knapp über dem Schlussstand des Vortages.
20.09.2017 10:13

Ähnlich sah die Lage im breiteren Markt aus: Der MDax , in dem die Aktien mittelgrosser Konzerne vertreten sind, trat zuletzt mit plus 0,08 Prozent bei 25 432,70 Punkten nahezu auf der Stelle. Der Technologiewerte-Index TecDax , der sich aktuell auf dem Niveau von Anfang 2001 bewegt, büsste moderate 0,15 Prozent auf 2395,36 Zähler ein. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 kam mit minus 0,02 Prozent auf 3530,30 Zähler nicht vom Fleck.

Viele Beobachter gehen davon aus, dass die US-Notenbank Fed an diesem Mittwochabend den Startschuss für den Abbau ihrer nach der Finanzkrise aufgeblähten Bilanz gibt. Noch wichtiger sind für die Finanzmärkte Hinweise zur weiteren Geldpolitik und hier insbesondere die Frage, ob die Fed auf Kurs zu einer erneuten Leitzinsanhebung im Dezember bleibt. Dies ist deshalb wichtig, da das Billiggeld der Notenbanken die Aktienmärkte schon seit Jahren antreibt.

BEGEISTERUNG ÜBER STAHLFUSION

Im Dax beflügelte der Durchbruch bei der heiss ersehnten Stahlfusion die Aktien von Thyssenkrupp - sie schossen zeitweise um mehr als 5 Prozent an der Dax-Spitze in die Höhe. Die Essener haben nach einer monatelangen Hängepartie eine Vereinbarung mit der indischen Tata Steel über die Zusammenlegung der europäischen Stahlgeschäfte unterzeichnet. In diesem Sog kletterten Anteile am Stahlkonzern Salzgitter um mehr als 2 Prozent.

Die Aktien der Deutschen Telekom schwammen am Morgen weiter auf der Welle jüngster Fusionsgerüchte aus den USA und kletterten um mehr als 1 Prozent. Am Vorabend hatten US-Medien über Gespräche der Telekom-Tochter T-Mobile US mit dem Sprint-Konzern über ein Zusammengehen berichtet und die Papiere bereits beflügelt. Die Analysten von Kepler Cheuvreux sprachen nun mit Blick auf die Nachricht eine frische Kaufempfehlung aus.

SORGE VOR KAPITALERHÖHUNG BELASTET HOCHTIEF

Auf wenig Begeisterung stiess bei Anlegern die Erwägung der Hochtief-Mutter ACS , den spanischen Mautbetreiber Abertis zu kaufen. Die Sorge ist, dass das Geschäft über die deutsche Tochter abgewickelt wird und deshalb eine Kapitalerhöhung nötig werde. Die Hochtief-Aktien fielen mit nahezu 4 Prozent Verlust an das MDax-Ende.

Der deutsch-südafrikanische Möbelhändler Steinhoff stand wegen des Börsengangs der Afrika-Tochter Star in Johannesburg im Blick. Die Star-Papiere stiegen im frühen Handel an der südafrikanischen Börse zeitweise um mehr als 7 Prozent. Die im MDax-notierten Anteile der Mutter zeigten sich mit einem moderaten Kursplus zuletzt eher unauffällig./tav/das

(AWP)