Aktien Frankfurt Eröffnung: Gewinne - Dax kurz auf Hoch seit Ende Juli

Der Dax hat am Dienstag an seine zu Wochenbeginn erzielten Gewinne angeknüpft. Der deutsche Leitindex rückte um 0,39 Prozent auf 12 476,63 Punkte vor, nachdem er zwischenzeitlich den höchsten Stand seit Ende Juli erreicht hatte. "Am Aktienmarkt ist die Risikobereitschaft zurück. Die Mehrheit der Anleger geht weiterhin von einer Lösung der politischen Themen Handelskonflikt und Brexit aus", schrieb Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.
01.10.2019 10:02

Der MDax , der die mittelgrossen deutschen Werte umfasst, stieg um 0,37 Prozent auf 25 983,71 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte ebenfalls moderat zu.

In dem freundlichen Umfeld waren hierzulande und auch europaweit vor allem Aktien aus dem Auto- und Technologiesektor gefragt. Sie profitierten damit besonders von der Hoffnung auf eine Reduzierung der politischen Risiken. So zogen die Anteilsscheine des Chipherstellers Infineon an der Dax-Spitze um gut 2 Prozent an. Die Papiere des Reifenherstellers und Automobilzulieferers Continental gewannen dahinter knapp 2 Prozent. Den ersten Platz im MDax hatten die Aktien des Wafer-Herstellers Siltronic mit einem Plus von fast 4 Prozent inne.

Zudem blickten die Anleger auf die Deutsche Post . Der Logistikkonzern hatte strategische Aussagen für die kommenden Jahre getroffen. Analysten wiesen darauf hin, dass die Ziele für den operativen Gewinn in den kommenden Jahren leicht unter den derzeitigen Erwartungen am Markt lägen. "Das gilt auch für den Ausblick auf den Free Cashflow", schrieb der Experte Christian Obst von der Baader Bank. Angesichts der grossen konjunkturellen Unsicherheiten seien die Prognosen des Logistikkonzerns aber "wertighaltig". Die Papiere der Deutschen Bank bewegten sich kaum und lagen zuletzt leicht im Minus.

Schlusslicht im MDax waren die Aktien von Osram , die mehr als 1,6 Prozent verloren. Nach der erhöhten Offerte des Chipkonzerns AMS für den Lichtkonzern geben sich die mitbietenden Finanzinvestoren Advent und Bain laut einem Pressebericht offenbar geschlagen. Das neu formierte Investorenduo verzichte demnach auf Gegenmassnahmen, berichtete die "Börsen-Zeitung" ohne genauere Quellen zu nennen.

Unmittelbar vor Ablauf der Angebotsfrist in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hatte AMS seine Offerte am Freitag von 38,50 auf 41,00 Euro je Aktie aufgestockt, was einen Gesamtkaufpreis von über 3,9 Milliarden Euro bedeuten würde. Bain und der neue Kooperationspartner Advent hatten ihrerseits zuvor angekündigt, das frühere AMS-Angebot deutlich überbieten zu wollen, nannten aber bislang keinen neuen Preis. Das frühere Angebot von 35 Euro je Aktie, das Bain zusammen mit dem Finanzinvestor Carlyle unterbreitet hatte, ist inzwischen von AMS übertrumpft.

Noch aber ist keineswegs sicher, dass sich AMS durchsetzt. Der steirische Sensorhersteller hat sich selbst eine Schwelle gesetzt: Wenn nicht die Eigentümer von mindestens 62,5 Prozent der Osram-Aktien zustimmen, ist die Übernahme gescheitert.

Unter den Favoriten im Nebenwerte-Index SDax gingen die Papiere des Batterieherstellers Varta wieder auf Rekordjagd und lagen zuletzt gut 3 Prozent im Plus./la/jha/

(AWP)