Aktien Frankfurt Eröffnung: Kauflaune bleibt gedämpft

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich am Freitag angesichts weiter schwelender Zweifel an der schnellen Umsetzbarkeit der Wahlversprechen des US-Präsidenten Donald Trump bedeckt gehalten. Hinzu kam der wieder stärkere Eurokurs, der nach guten Stimmungsdaten aus der deutschen Industrie und der Dienstleistungsbranche zulegte. Ein starker Euro kann aber nachteilig für die Exportwirtschaft sein. Der Dax fiel am Vormittag um 0,07 Prozent auf 12 031,76 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab moderat nach.
24.03.2017 10:13

Der MDax stieg indes zum Wochenschluss um 0,20 Prozent auf 23 481,12 Zähler und für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,31 Prozent auf 1986,25 Punkte nach oben.

WARTEN AUF ABSTIMMUNG ÜBER US-GESUNDHEITSREFORM

Tags zuvor hatte der Dax noch verlorenen Boden gut gemacht. Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba bezeichnete dies allerdings zunächst nur als eine Gegenreaktion nach zuvor schwächeren Handelstagen. Schliesslich habe sich an den Rahmenbedingungen kaum etwas verändert.

Am Markt wird weiter auf eine eigentlich für den gestrigen Donnerstag angesetzte Abstimmung im US-Repräsentantenhaus über Donald Trumps Gesundheitsreform gewartet. Wegen einer drohenden Schlappe wurde diese aber verschoben. Das Votum wird als Stimmungstest gesehen, wie einfach Trump seine Pläne auch mit Blick auf Infrastrukturausgaben und eine Steuerreform durchsetzen kann.

MERCK KGAA MIT ZULASSUNGSERFOLG

Die Aktien des Pharma- und Chemiekonzerns Merck KGaA verteuerten sich nach einem Zulassungserfolg für den Hoffnungsträger Avelumab um 2,20 Prozent. Die US-Gesundheitsbehörde FDA gab das gemeinsam mit dem US-Pharmakonzern Pfizer entwickelte Mittel zur Behandlung eines aggressiven und seltenen Hautkrebstyps (Merkelzellkarzinom) zum Verkauf frei.

Für die Papiere des Energiekonzerns RWE ging es um 1,74 Prozent auf den höchsten Stand seit Oktober nach oben. Hier verwiesen Händler auf eine Empfehlung des Investmenthauses Kepler Cheuvreux. Die Aktien des Anlagenbauers Gea Group profitierten laut Börsianern mit einem Plus von rund zweieinhalb Prozent von einem positiven Kommentar des Bankhauses Lampe. Rheinmetall-Anteilsscheine näherten sich mit einem Kurssprung um rund 4 Prozent weiter in grossen Schritten ihrem Rekordhoch aus dem Jahr 2007.

ABSTUFUNGEN BELASTEN ALLIANZ UND WACKER CHEMIE

Die Anteilsscheine der Allianz fielen hingegen nach einer Verkaufsempfehlung der französischen Bank Societe Generale als Schlusslicht im Dax um 1,37 Prozent. Wacker-Chemie-Papiere gerieten nach einem skeptischen Kommentar der australischen Bank Macquarie unter Druck. Sie gaben um 2,41 Prozent nach.

Im Kleinwerte-Index SDax rauschten die Papiere des Biotech-Unternehmens Biotest um rund 9 Prozent nach unten. Der Kooperationspartner ImmunoGen entschied sich für den US-Markt gegen eine Beteiligung an der Entwicklung und Vermarktung von Indatuximab Ravtansine (BT-062), wie Biotest mitteilte. Hätte sich ImmunoGen dafür entscheiden, wäre eine hohe Zahlung an Biotest fällig geworden.

AUMANN NACH BÖRSENGANG GEFRAGT

Der Maschinenbauer Aumann feierte indes ein erfolgreiches Börsendebüt. Die zu je 42 Euro an die Anleger ausgegebenen Aktien wurden auf Xetra zuletzt mit 48,70 Euro gehandelt./mis/fbr

(AWP)