Aktien Frankfurt Eröffnung: Keine grossen Sprünge vor Jackson Hole

Vor dem Treffen der Notenbanker im US-amerikanischen Jackson Hole haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt eine abwartende Haltung eingenommen. Das Kaufinteresse dämpften Händlern zufolge auch aktuelle deutsche Konjunkturdaten sowie der anhaltend starke Eurokurs.
25.08.2017 09:48

Der Dax stieg im frühen Handel um 0,12 Prozent auf 12 195,27 Punkte, nachdem er am Vortag kaum verändert geschlossen hatte. Seit seinem Rückschlag bis Mitte Juli pendelt der Leitindex zwischen 12 000 und 12 300 Punkten. Damit deutet sich für das wichtigste deutsche Börsenbarometer ein kleiner Wochengewinn von 0,1 Prozent an.

Der MDax mit den Aktien mittelgrosser deutscher Unternehmen legte am Freitag um 0,26 Prozent auf 24 806,63 Punkte zu. Der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 0,19 Prozent auf 2263,78 Punkte vor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,05 Prozent.

HOFFNUNG AUF GELDPOLITISCHE SIGNALE VON JACKSON HOLE

Von Jackson Hole erhoffen sich Investoren geldpolitische Signale der Europäischen Zentralbank (EZB). In den Fokus rückt deshalb vor allem die Rede des EZB-Präsidenten Mario Draghi, die allerdings erst nach Börsenschluss auf der Agenda steht. Draghi dürfte sich trotz starker Konjunkturdaten aus der Eurozone mit seinen Kommentaren eher zurückhalten, glaubt Analyst Milan Cutkovic von AxiTrader: "Schliesslich will er nicht wieder eine Euro-Rally auslösen wie nach der Konferenz in Portugal im Juni." Ein stärkerer Eurokurs erschwert die Exporte deutscher Unternehmen.

Die deutsche Wirtschaft ist im Frühjahr erneut robust gewachsen - allerdings etwas schwächer als zuletzt. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte, erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal um 0,6 Prozent zum Vorquartal. Die Preise für nach Deutschland importierte Waren stiegen im Juli deutlich schwächer als zuletzt. Nach einer Anstiegsrate von 2,5 Prozent im Juni lagen die Einfuhrpreise im Juli nur 1,9 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

ADIDAS UNTER DRUCK - CHEF DÄMPFT ERWARTUNGEN

Unter den Einzelwerten standen die Adidas-Aktien mit einem Kursabschlag von 1,9 Prozent am Dax-Ende. Angesichts des zuletzt guten Laufs des Sportartikelherstellers warnte Konzernchef Kasper Rorsted vor überzogenen Erwartungen an die Zukunft. "Es wäre Naivität pur, die Dynamik fortzuschreiben, wie wir sie jetzt erleben", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er bekräftigte aber den mittelfristigen Ausblick bis 2020.

Eine Kaufempfehlung des US-Investmenthauses Stifel trieb die Papiere von Zalando an der MDax-Spitze um 2,6 Prozent nach oben. Analyst Scott Devitt hob sein Kursziel von 42 auf 45 Euro an. Damit sieht er im Vergleich zum Schlusskurs vom Donnerstag rund 12,5 Prozent Luft nach oben und stufte die Papiere von "Hold" auf "Buy" hoch. Die Aktien des Online-Modehändlers waren im Juni auf ein Rekordhoch bei 45,48 Euro gestiegen. Seither ging es um rund 12 Prozent nach unten.

BVB-AKTIE WEITER IM HÖHENRAUSCH

Die Titel von Stada erreichten bei 82,75 Euro ein weiteres Rekordhoch und notierten zuletzt 0,8 Prozent höher. Zuvor war bekannt geworden, dass die Investoren Bain und Cinven mit dem Arzneimittelkonzern über einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag verhandeln. Unterdessen hat der Investor Paul Singer seinen Stada-Anteil ausgebaut und nun Zugriff auf 11,59 Prozent der Stimmrechte. Singer könnte auf ein besseres Angebot als die von Bain und Cinven gebotenen 66,25 Euro je Aktie spekulieren.

Die Aktien von Borsussia Dortmund (BVB) profitierten erneut von Spekulationen rund um den Wechsel des Offensivspielers Ousmane Dembéle und kletterten um 1,4 Prozent. Laut "Bild" soll der Transfer des französischen Fussball-Nationalspielers von Dortmund zum FC Barcelona zum Kaufpreis 120 Millionen Euro perfekt sein. Dank Erfolgsprämien könne die Summe aber auf bis zu 150 Millionen steigen. Damit kletterten die BVB-Titel auf den höchsten Stand seit 16 Jahren. Allein im August gewannen sie mehr als ein Viertel an Wert und gehören damit in diesem Jahr mit einem Plus von mehr als 40 Prozent fast zu den Top 10 im Kleinwerteindex SDax./edh/she

(AWP)