Aktien Frankfurt Eröffnung: Moderate Gewinne vor dem 'Hexensabbat'

Der deutsche Aktienmarkt hat sich vor dem grossen Verfall an den Terminbörsen etwas von seinen jüngsten Verlusten erholt. Der Leitindex Dax stieg am Freitagmorgen um 0,31 Prozent auf 12 731,63 Punkte.
16.06.2017 09:58

Am Mittwoch war das Börsenbarometer erstmals über 12 900 Punkte geklettert und hatte bei 12 921 Punkten eine weitere Bestmarke erreicht. Anschliessend setzten jedoch Gewinnmitnahmen ein, die ihn am Feiertag zeitweise bis auf 12 620 Punkte abrutschen liessen.

Insgesamt stabile Vorgaben von der Wall Street und aus Asien stützen aber nun den Markt. Die Anleger begrüssten Fortschritte in der Bewältigung der Schuldenkrise in Griechenland, schrieb Analyst Mike van Dulken vom Handelshaus Accendo Markets. Das Land soll im Juli 8,5 Milliarden Euro frischer Kredite von seinen europäischen Partnern bekommen.

SORGEN UM TECH-WERTE

Der MDax der mittelgrossen Werte rückte um 0,43 Prozent auf 25 125,45 Zähler vor. Für den TecDax der Technologiewerte ging es um 0,64 Prozent auf 2263,49 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,44 Prozent.

Alles in allem aber bleibt die Lage an der Börse angespannt. Im New Yorker Aktienhandel hatten die Anleger am Donnerstag Technologie-Werte erneut gemieden. Nach Auffassung des Analysten Christian Schmidt von der Landesbank Helaba belasten derzeit insbesondere die Sorgen um eine Überbewertung der Branchenpapiere die Stimmung. Die Experten des Börsenstatistik-Magazins Index-Radar stellten vor diesem Hintergrund die Frage, ob der Aufwärtstrend am hiesigen Aktienmarkt bereits vor dem Ende stehe.

HEIDELBERGCEMENT PROFITIEREN VON STUDIE

Derweil laufen am heutigen Freitag zu unterschiedlichen Zeitpunkten Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen aus. Vom "grossen Verfall" ("Hexensabbat") sprechen Börsianer dann, wenn der letzte Handelstag aller vier Derivate-Typen, also der Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien, auf den gleichen Tag fällt. Damit können Aktienkurse und auch Indizes ohne wesentliche Unternehmens- oder Konjunkturnachrichten kräftig hin und her schwanken.

Unter den Einzelwerten stiegen die Aktien von HeidelbergCement um knapp 1 Prozent. Die europäischen Zementpreise stünden kurz vor einer positiven Trendwende, schrieb Analyst Robert Gardiner vom irischen Investmenthaus Davy. Die Zweifel an den Synergien aus der Übernahme an Italcementi hält er für ebenso überzogen wie die Sorgen um die Endmärkte der Heidelberger. Die Kursschwäche sieht Gardiner daher als Kaufchance.

IMMOBILIENWERTE UNTER DRUCK

Die Aktien der Geschäftsimmobilien-Anbieter Deutsche Euroshop , Alstria Office und Hamborner Reit hingegen zählten nach einer skeptischen Studie der Bank HSBC zu den grössten Verlierern am Aktienmarkt. Für die Papiere ging es um jeweils rund 1 Prozent nach unten. Der Nettoinventarwert und die operative Gewinnkennziffer FFO belegten, dass die Anteilsscheine geringere Erträge böten als die von Wohnimmobilien-Gesellschaften, schrieb Analyst Thomas Martin./la/das

(AWP)